 sie Mitschuldige sind, selbst zu den besten Bekannten oder den
nächsten Verwandten nicht. Später sah er den Perser mit den Soldaten kommen und
war nun doppelt froh darüber, dass er die gestohlenen Gegenstände versteht hatte,
denn er konnte nun sich und seine Begleiter getrost aussuchen lassen und
dadurch, dass man nichts fand, beweisen, dass er und sie unschuldig seien. Ja, er
konnte noch mehr, nämlich seinen Verfolger dadurch verderben, dass er ihn, den
von den Beduinen grimmig gehassten und verachteten Schiiten, beschuldigte, ihm
nur aus Glaubensfeindschaft nachgeritten zu sein, um ihn, den Liebling des
Oberhauptes der Sunniten, zu überfallen und zu töten. Wenn es ihm gelang, die
Beni Khalid hiervon zu überzeugen, so war der Perser unbedingt verloren. Dass es
ihm gelungen ist, haben wir gehört, denn dem Oberaufseher des Kanz el A'da sind
die Adern geöffnet worden, damit er sich verbluten möge.«
    »So ist es, Effendi, ja, so, ganz genau so ist es! Ich freilich wäre nicht
auf diese sich wie von selbst ergebenden Gedanken gekommen, deren Zusammenhang
gar nicht zu zerreißen ist. Die Mekkaner haben natürlich die Absicht, die Sachen
heimlich zu holen, ehe sie den Brunnen verlassen.«
    »Ja. Eben darum nahm ich sie nicht mit, sondern ließ sie liegen, um beweisen
zu können, dass der Liebling des Grossscherifs den Schatz der Glieder wirklich
bestohlen hat. Wenn ich bemerke, dass die Zeit dazu gekommen ist, steige ich,
natürlich ohne dass er es ahnt, mit Scheik Tawil Ben Schahid heimlich hinauf, um
ihn zu erwarten. Sobald er die Gegenstände aus dem Verstecke genommen hat, ist
der Beweis erbracht. Es ist zwar immerhin möglich, dass diese Begebenheit einen
andern Verlauf nimmt, als ich jetzt denke, aber dann werden wir uns in Beziehung
auf unser Verhalten dieser Änderung anbequemen und auf keinen Fall den Vorteil,
welchen wir hier errungen haben, aus der Hand geben. Jetzt aber wollen wir
zurückreiten, denn die Sonne ist dem Horizonte nahe, und wir müssen, ehe es
dunkel wird, bei unsern Leuten sein.«
    Wir ritten zurück, eine ziemliche Strecke nördlich von dem Wege, den wir
herzu eingeschlagen hatten. Als wir ankamen, lagen die drei Beni Khalid noch
immer gebunden an der Erde; es schien also, wie ich auch bestimmt erwartete,
alles beim alten zu sein, doch Halef meldete mir, sobald er uns sah, mit lauter
Stimme und in mit sich selbst zufriedenem Tone:
    »Gut, dass ihr kommt, Sihdi! Wir haben nur noch auf euch gewartet.«
    »Womit?«
    »Den Vertrag mit dem Scheik der Beni Khalid abzuschließen.«
    »So hast
