 Kreuzzüge der französischen Normannen
hervorgingen, fort.
    »Eine Reformation an Haupt und Gliedern«, nicht eine teoretische
Professoren- und Pfaffenästetik - das war's, was man in Deutschland bezweckte.
Aber statt den Wahlspruch Huttens »Durch Freiheit zur Wahrheit, durch Wahrheit
zur Wahrheit« zu verwirklichen, richtete die Reformation Deutschland zu Grunde.
Jedes Volk straft seine eigenen Erbfehler durch die seiner Helden. Luther war
ein Autoritätler. - Als abgezehrtes Gerippe ging das Reich aus dem
westphälischen Frieden hervor. Nur die Reformation der Fürsten hatte ihren Zweck
erreicht - sie zersplitterten Deutschland in eine Reihe souverainer
Duodeztyrannentümer.
    Und doch trotz alledem und alledem erkennt man auch hier die tiefe Weisheit
des Weltgesetzes. Denn das Beispiel Frankreichs beweist, dass es auf die Dauer
wohltätiger wirkt, der Idee auf Kosten der weltlichen Macht zum Siege zu
verhelfen, als die Staatsgewalt auf Kosten der inneren geistigen Entwickelung zu
stärken. Hätten die republikanischen Hugenotten gesiegt, so konnte die
zentralistische Einheitsmonarchie nicht durch den Bund mit der Kirche ihre
»Gloire« gründen; wohl wahr. Aber diese Niederlage der Idee wurde die
Grundursache aller Korruptionen und Revolutionen, an denen Frankreich krankte.
    Heut wuchs Deutschland, das siegreiche Land der Ideen, zur politischen Reife
empor. Doch schon die Bauern-Konstitution Wendelin Hipplers proklamirte gegen
die kapitalistische Bourgeoisie den demokratischen Cäsarismus, die auf
demokratische Grundlagen gestützte absolute Monarchie. Das protestantische
Kaiserreich, von dem Hutten und Sikkingen geträumt, ging in Erfüllung, wie alle
vernünftigen Ideen. Sonst würden sie gar nicht in der inneren Offenbarung der
Denker auftauchen.
    Schon einmal ballte sich das Germanentum zur Weltmonarchie zusammen, unter
Karl dem Großen. Dort spielten die sogenannten Romanen, mit Germanen gemischt,
dieselbe Rolle, wie früher die Griechen im römischen Reich. Schon damals gab es
in Wahrheit nur zwei Racenmächte: Pangermanismus und Panhunnismus. Der arabische
Islam, die Angriffe des assyrisch-ägyptisch-cartagischen Semitismus auf das
indogermanische Staatensystem wiederholend, verschwindet wie seine Vorläufer,
die Parter, um den mongolischen Osmanen Bahn zu brechen. Die Sarmaten, Wenden
und Magyaren Attilas stürzen sich gen Westen, wie später die Mongolen
Dschingiskhans, welchen der russische mongolisch-slavische Koloss nachdrängte. So
bildet heut der Panslavismus den rechten Flügel und das Zentrum, das Magyaren-
und Türkentum den linken Flügel jenes Panhunnismus, der von der Schlacht auf
den Katalaunischen Feldern bis auf die Schlacht auf dem Lechfeld, von Lepanto
bis Zorndorf, von Borodino bis Navarino unablässig mit der westlichen Kultur um
die Hegemonie rang.
    Der österreichische Dualismus, die scheinbare Vermittlung dieser
Gegensätze, bildet eine Brücke zwischen der inneren Unversöhnlichkeit der Racen.
    Dem Oströmischen Reich, obwohl in allen Fugen gelockert, wurde ein langes
Bestehen gefristet und Byzanz hielt sich durch Leute wie Belisar und Narses, wie
die
