 hatte, erleichterten ihm
zwar wesentlich das Verständnis des Ganzen, aber dennoch gab es vieles, das er
jetzt zum erstenmal sah. Und Mohr unterrichtete den Jungen und zeigte ihm alles,
wenn sich dazu Zeit fand.
    »Der vordere Teil des Schiffes heißt der Bug«, sagte er, »und die
augenartigen Löcher, die du dort auf jeder Seite in der Bordwand siehst, nennt
man Klüsen. Durch sie laufen die Ankerketten beim Herablassen und Hieven des
Ankers. Außerdem trägt der Bug gewöhnlich einen Aufbau, die Back, die das
Vorschiff vor überkommenden Seen schützt und zugleich als Stand für den Ausguck
dient. Im Bug, unter und auf der Back, enden alle Taue, durch welche die
Vorsegel, also die dreieckigen Klüversegel, regiert werden.«
    Robert begriff alles ohne Mühe. »Und was bedeutet es«, unterbrach er, »wenn
der Steuermann fragt: Alles klar?«
    »Das heißt«, antwortete der Alte, »ob alles in Ordnung und alles vorbereitet
ist, um irgendein Segelmanöver auszuführen. Macht klar Deck! zum Beispiel
bedeutet, alle Tauenden an ihren bestimmten Plätzen aufzurollen, so dass nicht
allein alles ordentlich aussieht, sondern auch sofort für ein weiteres Manöver
bereit ist. Du weißt ja, Junge, Ordnung ist das halbe Leben.«
    »Jetzt zum Achterschiff«, drängte Robert, und der Alte folgte lächelnd
seinem ungeduldigen Schützling nach hinten. »Die Erhöhung, unter der die Kajüte
liegt«, begann er seinen zweiten Vortrag, »heißt das Quarterdeck. Das
Achterschiff ist ausschließlich für den Aufenthalt des Kapitäns und der
Steuerleute bestimmt, wir Matrosen dürfen es nur auf ausdrücklichen Befehl
betreten. Von hier aus wird das Schiff durch das Steuerruder regiert,
seemännisch das Ruder genannt. In seinem Kopf steckt eine eiserne Stange, die
Ruderpinne, die mit dem Steuerrad durch eine lange Kette verbunden ist. Bei
gutem Wetter steht ein Matrose am Ruder, bei schlechtem aber zwei.«
    Robert wollte mehrere Male den Alten unterbrechen, jetzt endlich platzte er
heraus mit einer Frage, die ihm schon längst auf der Zunge lag. »Steuert denn
nicht der Steuermann selbst das Schiff?«
    »Der Steuermann beobachtet auf dem Kompass, ob der Matrose am Ruder den
richtigen Kurs einhält. Ist dieser zum Beispiel Nord-Nord-West, wie wir jetzt
laufen, so muss die Spitze der Kompassrose Nord-Nord-West zeigen und dabei immer
in der Mittellinie des Schiffes liegen, weicht sie aber nach rechts oder links
ab, so muss das Rad so lange gedreht werden, bis sie wieder richtig zeigt.«
    Robert nickte. »Noch eins!« bat er, »Anluven heißt doch: das Schiff mit dem
Bug in den Wind drehen,
