 herzlich. »Komm nur mit, wenn du auch recht
klug bist, zu lernen findet sich doch noch immer etwas.«
    Robert fühlte, dass er errötete. Ob es doch möglich war, dass Eisen schwämme?
- Schleunigst folgte er den beiden anderen und kam nun mit ihnen an einen
schmalen Arm der Elbe, wo ein eben vollendetes kleines Dampfschiff lag, ein
Schraubenschiff und ganz aus Eisen, in blaugrauer Farbe, mit schlanken, schönen
Linien. Der Junge sah deutlich die einzelnen Eisenplatten und ihre Vernietungen.
Die Säume der oberen Platten griffen über die darunterliegenden, deren Dicke
höchstens drei Millimeter betragen mochte.
    »Ach«, rief Robert, »also es schwimmt, weil es so dünne Platten hat? Ja
natürlich -«
    »Das wusstest du nicht!« lachte der Alte. »Na, gib dich gefangen. Es ist
nicht das letztemal, dass du deine Unwissenheit eingestehen musst. Und was die
dünnen Platten betrifft, so habe ich schon Schiffe mit zentimeterdicken Platten
gesehen, wie zum Beispiel unsere jetzigen Panzerfregatten. Und wie das möglich
ist, will ich dir genau auseinandersetzen. Jeder Körper schwimmt überhaupt nur
dann im Wasser, wenn sein Gewicht kleiner ist, als das der Wassermenge, die er
verdrängt. Ob ich also das hölzerne Schiff mit Eisen belade, oder ein Fahrzeug
ganz aus Eisen baue, das muss sich in seinen Folgen vollkommen gleich bleiben.«
    Robert hatte aufmerksam zugehört. »Das habe ich verstanden!« rief er. »Wenn
man nur ein wenig nachdenkt und sich eine Sache in ihren Einzelheiten vor Augen
führt, dann scheint alles einfacher und selbstverständlicher.«
    »Siehst du!« nickte lächelnd der Alte. »Das ist das große Geheimnis allen
Lernens. Nicht in sich hineinreden lassen muss der Mensch, sondern mit offenen
Augen sehen und selbst denken, sonst bleibt das Ganze nur an der Oberfläche und
wird nie großen Nutzen stiften können. Jetzt geht mit, wir wollen uns auch das
Innere ansehen.«
    Sie stiegen, nachdem die Laufbrücke passiert war, eine hübsche gewundene
Treppe hinab, und nun sah Robert den Dampfkessel. Ein langes, dickes Rohr ging
vom Kessel aus und teilte sich in zwei Arme, von denen jeder in einen
gusseisernen Zylinder mündete, dem er den im Kessel erzeugten Dampf zuführte.
    Der Zimmermann nahm von einem dieser Zylinder den Deckel herab, so dass der
Kolben sichtbar wurde, auf den der Dampf seine unmittelbare Wirkung ausübt,
indem er bald von oben, bald von unten in den Zylinder einströmt und so die
ständige Bewegung verursacht. Fest verbunden mit diesem Kolben ist eine
Kolbenstange, welche die mit einem Gelenk versehene Pleuelstange aufnimmt. Diese
übersetzt die hin- und hergehende Bewegung des Kolbens in eine drehende, die
