 uns bestimmt, Bester - wenn nicht - die Verhältnisse ... Die
lieben mich gewiss, die mich verstehen!! Verstehen Sie die Opfer, die man seinem
besseren Selbst bringt? ... Achten Sie mich!! ... O Freund! - bleiben Sie es!
...«
Da meldete Peter seinen Herrn, und im Taumel ihres Triumphes wollte Regula mit
den Worten schließen: Ich bin die Braut des Grafen Ronald von Rondsperg. Als sie
aber »Ich bin« niedergeschrieben hatte, legte sie die Feder hin. Abergläubische
Besorgnisse hielten sie zurück von der Verkündigung einer noch nicht vollzogenen
Tatsache.
    Sie erhob sich von dem Sessel in der Fensternische, nahm Platz auf dem
Kanapee und gab sich der angenehmsten Erwartung hin. Ihr Herz hüpfte wie ein
junges Lämmlein.
    Als angehende Gräfin von Rondsperg wird sie also nach Weinberg, der getreuen
Stadt, zurückkehren. Sie wird mit namenlosem Jubel empfangen werden, sie wird
keine Neider haben; vielmehr wird sich in ihr jeder geehrt fühlen, und ein Fest
wird es geben, als ob die gesamte Bevölkerung in den Grafenstand erhoben worden
wäre. Sie nimmt sich vor, huldvoll und herablassend zu sein und so leutselig,
als ob sich nichts verändert hätte in ihrem Verhältnisse zu ihren Bekannten.
Diese werden entzückt und ihre Anbeter verliebter sein als je. Wenn sie in die
Stadt gefahren kommt mit vier Pferden, feurig und schnaubend wie Drachen, werden
die Hüte der Männer fliegen, und die Frauen werden knicksen, und jeder wird
fragen: »Haben Sie unsere Gräfin gesehen?« Einmal kommt es noch zu einer
öffentlichen Ovation ...
    Da pocht es an der Tür. Sie ruft: »Herein!« Der Graf steht auf der Schwelle.
    »Oh - Herr Graf«, stammelt Regula sich erhebend, »in pontificalibus? ... Was
bedeutet ...?«
    Der Greis verneigt sich und weist schmunzelnd auf das Sträusschen in seinem
Knopfloch.
    »Beinahe wie ein Freiwerber«, spricht das Fräulein leise, erschrickt aber
sofort über diese unpassende Äußerung. Wirklich, sie weiß nicht mehr, was sie
sagt, sie muss sich zusammennehmen.
    Der alte Herr stellte sich in Positur, drückte die Absätze aneinander, hielt
mit beiden an die Brust gepressten Händen seinen Hut vor sich, neigte das Haupt
und sprach mit heiterer Feierlichkeit: »Ich komme, Fräulein Heissenstein, im
Namen meines Sohnes, um bei Ihnen in aller Form und schuldigen Ehrfurcht
anzuhalten um die Hand ihrer Nichte, des Fräuleins Rosa von Fehse.«
    Hölle und Tod, was ist das?! - Regula hatte sich lächelnd vorgebeugt, um die
lieblichste Botschaft zu vernehmen, und erhielt einen Schlag ins Gesicht. Sie
fuhr zusammen und trat
