, welche Gewähr sie für die volle Genugtuung bieten, und dann möge
beschlossen werden, ob die Gewähr anzunehmen ist oder nicht.«
    »Wir sollten alles tun, den Frieden zu errichten, und das Blutvergießen zu
enden«, sagte der Bischof von Eichstätt.
    »Und du sprichst nicht, erlauchter König von Böhmen?« fragte der Kaiser.
    »Ich hätte später gesprochen«, antwortete Wladislaw, »jetzt aber sage ich:
in dieser Zeit kann eine volle Gewähr nicht gegeben werden. Sie hätte sollen
früher gegeben werden, oder sie muss gegeben werden, wenn noch größere Dinge
geschehen sind.«
    »Das ist wahr, das ist wahr«, riefen mehrere Stimmen.
    »Und es ist auch der Wille gar nicht vorhanden, eine giltige Gewähr zu
geben«, sagte der Markgraf von Montferrat.
    »Sie geben keine«, rief der Führer derer von Pavia.
    Nun stand Anselm, der Erzbischof von Ravenna, auf, und sprach: »Es erlaube
mir deine Hoheit, erhabener Kaiser, dass ich zu denen, die gesendet sind, und dass
ich zu den erlauchten Fürsten einige Worte rede.«
    »Rede«, sagte der Kaiser.
    Und Anselm wendete sich zu den Abgesandten Mailands, und sprach: »Ihr habt
süße Worte in dem Munde, und den Fuchs in dem Herzen. In der Versammlung von
Brescia habet ihr Forderungen der Herrschaft gemacht, ihr wolltet euch den König
und die Obrigkeiten wählen, ihr wolltet euch Gesetze geben: und nun bringt ihr
Unterwerfung. Seid ihr zur Erkenntnis gekommen, dass eure Forderungen ungerecht
sind? Und wodurch seid ihr zu der Erkenntnis gekommen? Ihr seid nicht zu ihr
gekommen, oder ihr seid immer bei ihr gewesen, und habt nur nicht nach ihr
gehandelt, sondern habt Gewalt und Herrschaft gewollt, und hättet gerne die
Herrschaft des Königs und Reiches über euch ferne gehalten. Ihr redet jetzt, wie
ihr redet, um in der Gegenwart dem Übel zu entgehen, das euch droht. Warum habt
ihr keine Bedingungen des Friedens bei euch? Dass Zeit vergeht, dass dem großen
Heere in derselben irgend wie Abbruch geschehe, dass sich etwas ereigne, das euch
günstig ist, und wie es sonst noch in der Zeit sein kann. Der erlauchte Markgraf
von Montferrat hat gesagt: sie wollen keine Gewähr geben, und die Weisheit des
hohen Königs von Böhmen hat gesagt: sie können keine geben. Und sie können auch
keine geben. Sie hätten sie früher aus Gerechtigkeit geben müssen, und sie
müssen sie später aus Ohnmacht geben. Ich rede zu euch, ihr hohen Herren der
Versammlung. Welche Bürgschaft werden sie geben, die gilt? Sie werden aus ihrem
Reichtume viel Gold darbringen, sie werden sich allem,
