 habt, den Gedanken fassen, dass Ihr der höheren Ehren teilhaftig
werdet, unter denen Ihr öfter in meiner Burg sein sollt. Meine Gattin hat mit
mir den gleichen Willen.«
    »Ich habe ihn«, sagte Wiulfhilt, »wie es beschlossen worden ist, und ich
habe ihn noch früher gehabt als die andern, weil ich Euch mit meinen inneren
Augen früher kannte, als Euch die andern mit ihren äußeren Augen kennen
lernten.«
    »Hoher Herr«, antwortete Witiko, »hocherhabene Frau, ich danke mit
Ehrerbietung der Antwort, die ihr mir gegeben habt. Euch, hocherhabne Frau,
danke ich noch, dass Ihr mit Euren inneren Augen Gutes an mir gesehen habt, und
Euch, hoher Herr, danke ich noch, dass Ihr gut von mir geredet habt. Ihr habt zu
gut geredet. Die Dauer und Kraft der Waldleute hat gewirkt und die Güte des
Herzogs.«
    »Und beide haben gerne für Euch gewirkt«, sagte Heinrich, »erhaltet Euch
beide.«
    »Ich will danach streben«, sagte Witiko. »Und nun, hoher Herr und erhabene
Frau, erlaubet, dass ich auch das zweite rede, weshalb ich gekommen bin.«
    »Sprecht«, sagte Heinrich.
    »Eure hochedle Tochter Berta«, sprach Witiko, »hat zu mir bei dem großen
Steine an dem Waldessaume gesagt: Baue dir ein Haus, Witiko, und wenn dann noch
keine Makel an dir ist, so folge ich dir, und harre bei dir bis zum Tode.
Gestattet, hoher Herr und hocherhabene Frau, dass ich Berta sage, ich baue mir
nun ein Haus, und dass ich sie frage, ob eine Makel an mir ist.«
    »Sagt ihr, und fragt sie«, antwortete Heinrich.
    »Und wenn sie sagt, es sei keine große Makel an mir, darf ich sie dann
fragen, ob sie mir folgen wolle?« sprach Witiko.
    »Ihr dürft sie fragen«, entgegnete Heinrich.
    »Und wenn sie sagt, sie folge mir, darf ich dann feierlich kommen, um sie zu
werben, dass sie mein Eheweib werde?« sprach Witiko.
    »Ihr dürft kommen, und vor allen den Unsern werben«, antwortete Heinrich,
»und so geht zu Berta.«
    »Gehet, Witiko, sie harret Eurer«, sagte Wiulfhilt.
    »Geleite Witiko zu ihr«, sagte Heinrich.
    »So folgt mir, Witiko«, sprach Wiulfhilt.
    »Ich folge Euch, hocherhabene Frau«, sagte Witiko.
    Sie standen auf. Heinrich reichte Witiko die Hand, Wiulfhilt ging bei der
Tür hinaus, und Witiko folgte ihr.
    Sie führte ihn über den Gang in das Gemach
