
    Die feste Haltung des Professors verfehlte nicht ganz die Wirkung. »Wenn Sie
in der Tat ein Geschäft zu mir führt, so werden wir das allerdings besser im
Haus abmachen. Folgen Sie mir, meine Herren.« Er lüftete ein wenig seine Mütze,
wies mit der Hand nach dem Tor und schritt voraus. »Nero, Teufelshund, kannst
du nicht Ruhe halten!«
    Der Professor und der Doctor folgten, an sie schlossen sich
Wirtschaftsbeamte und Knechte und der knurrende Hund. So wurden die Fremden in
einem ungemütlichen Zuge nach dem Wohnhaus geführt. Trotz ihrer misslichen Lage
sahen sie doch mit Neugierde auf den großen Hof, auf die Arbeit des
Einscheuerns, auf einen Trupp Gänse, welcher, durch den Zug gestört, breitbeinig
und schnatternd über den Weg schritt. Dann überflog ihr Auge das Wohnhaus, die
breiten steinernen Stufen mit Bänken an beiden Seiten, die gewölbte Tür, das
übertünchte Wappen am Schlussstein. Sie traten in einen geräumigen Hausflur, der
Gutsherr hing seine Mütze auf einen Kleiderrechen, drückte mit schwerer Hand die
Klinke der Wohnstube und machte wieder eine Handbewegung, welche höflich sein
sollte und die Fremden zum Vortritt einlud. »Jetzt sind wir allein,« begann er,
»womit kann ich Ihnen dienen? Sie sind mir bereits als zwei Schätzesucher
angekündigt. Wenn Sie das sind, so muss ich Ihnen rundheraus erklären, dass ich
von solchen Torheiten nichts wissen will. Im übrigen bin ich bereit, mich Ihrer
Bekanntschaft zu freuen.«
    »Nun, Schatzgräber sind wir nicht,« entgegnete der Professor, »und da wir
den Zweck unserer Reise überall als Geheimnis bewahrt haben, so begreifen wir
nicht, wie Sie etwas Entstelltes über die Veranlassung unseres Kommens hören
konnten.«
    »Der Schuster meines Hofverwalters hat ihm die Nachricht mit zwei versohlten
Stiefeln zugetragen, er hat Sie im Gasthofe der Stadt gesehen und aus Ihren
Fragen Verdacht geschöpft.«
    »Er hat mehr Scharfsinn angewandt,« erwiderte der Professor, »als bei
unsern harmlosen Fragen nötig war. Und doch hat er nicht ganz Unrecht gehabt.«
    »Also ist etwas daran,« unterbrach der Landwirt finster, »in diesem Fall
muss ich die Herren bitten, sich selbst und mich nicht weiter zu bemühen. Ich
habe keine Zeit für dergleichen Narrheiten.«
    »Vor Allem haben Sie die Güte, uns anzuhören, ehe Sie uns in so kurzer Weise
das Gastrecht aufkündigen,« versetzte der Professor ruhig. »Unser Kommen hat
keinen andern Zweck, als Ihnen eine Mitteilung zu machen, über deren Wert Sie
dann selbst entscheiden mögen. Und nicht nur wir, auch Andere könnten Ihnen
einen Vorwurf daraus machen, wenn Sie unser Gesuch ohne Prüfung abweisen. Die
Sache geht Sie mehr an als uns
