 Erblasser an die
Auslieferung des Legats geknüpft hat, sondern auch die Mittel und Wege, welche
am wahrscheinlichsten zu einer Entdeckung des zu jener Zeit noch ungeborenen
Kindes resp. dessen Mutter führen könnten. Sie wissen, dass in diesem
Erläuterungsbericht die Namen der Mademoiselle Montbert und des Monsieur
d'Estein vorkommen und es versteht sich von selbst, dass die genannten Personen
mit denen, welche jene Briefe schrieben, identisch sind.
    Bis hierher hat Alles, was ich Ihnen berichtete, für den Unbefangenen und
Unbeteiligten wenigstens, nichts besonders Überraschendes. Was ich Ihnen aber
jetzt zu sagen habe, ist so außerordentlich, dass ich um die Erlaubnis bitten
muss, Ihnen darüber mündlichen Bericht erstatten zu dürfen. Ich will nur so viel
andeuten, dass in den Briefen des Mr. d'Estein der Name vorkommt, welchen dieser
Herr, nachdem er die Flucht der Mademoiselle Montbert von Grenwitz
bewerkstelligt haben würde, für die Zukunft annehmen zu wollen erklärt, und dass
dieser Name (Sie brauchen nur das d' und E wegzulassen) mit dem Namen eines
Herrn, welcher seit einiger Zeit in Ihrer Familie lebt, übereinstimmt. Ich füge
hinzu, wie ich für mein Teil von der Identität dieser Person mit dem noch immer
unbekannten Erben von Stantow und Bärwalde (besonders auch in Folge von
Mitteilungen, welche mir die bewusste Person über ihre Familienverhältnisse und
frühesten Erinnerungen machte) durchaus überzeugt bin.
    Doch ist diese meine individuelle Überzeugung natürlich noch immer nicht
beweisend, und ich nehme daher Anstand, sie, wie ich wohl müsste, der bewussten
Person mitzuteilen, um nicht Hoffnungen in ihr zu erregen, die doch
möglicherweise nicht realisirt werden könnten.
    Ich breche hier ab, um meinem mündlichen Referat (kommen Sie vielleicht in
nächster Zeit nach Grünwald? oder befehlen Sie, dass ich Ihnen in Grenwitz
aufwarte?) nicht zu viel vorweg zu nehmen und dem Papiere nicht unnötigerweise
noch mehr anzuvertrauen.
    Genehmigen Sie, gnädige Frau, den Ausdruck u.s.w.
    Hier ist noch ein Verte! sagte Felix, das Blatt umwendend.
    P.S. Ich habe die Absicht, sämtliche Papiere, da sie mir in meiner Wohnung
nicht sicher genug verwahrt scheinen, einem Advokaten zu übergeben, im Falle Sie
nicht (was aber schleunigst geschehen müsste) anders darüber verfügen sollten.
    Da schaut der Fuchs zum Loche heraus! sagte Felix. Im Falle Sie nicht anders
darüber verfügen sollten, unterstrichen; d.h. haben Sie die Güte, mir die Summe
zu nennen, welche Sie für diese Papiere zahlen zu können glauben, und die Sache
bleibt unter uns. - Ja, ja, der Timm ist ein geriebener Bursche, das habe ich
schon vor heute gewusst!
    Also glauben Sie, dass er wirklich diese
