 in unserem
Schreinerhause neu gemacht haben, in meinem Hause vorhanden seien, worauf ich
geantwortet habe, dass nichts von Bedeutung in demselben sei, dass sich aber
einige gesammelt in einem anderen Orte befinden, in den ich Euch, wenn Ihr Lust
zu solchen Dingen hättet, geleiten würde. Diese Zimmer hier sind der andere Ort,
und Ihr seht die neuen Geräte, die in unserem Schreinerhause verfertigt worden
sind.«
    »Es ist aber zu bewundern, wie sehr sie in ihren Abwechslungen und Gestalten
hieher passen«, sagte ich.
    »Als wir einmal den Plan gefasst hatten, die Zimmer Mathildens nach und nach
mit neuen Geräten zu bestellen,« erwiderte er, »so wurde die ganze Reihe dieser
Zimmer im Grund- und Aufrisse aufgenommen, die Farben bestimmt, welche die Wände
der einzelnen Zimmer haben sollten, und diese Farben gleich in die Zeichnungen
getragen. Hierauf wurde zur Bestimmung der Größe, der Gestalt und der Farbe,
mithin der Hölzer der einzelnen Geräte geschritten. Die Farbezeichnungen
derselben wurden verfertigt und mit den Zeichnungen der Zimmer verglichen. Die
Gestalten der Geräte sind nach der Art entworfen worden, die wir vom Altertume
lernten, wie ich Euch einmal sagte, aber so, dass wir nicht das Altertum geradezu
nachahmten, sondern selbstständige Gegenstände für die jetzige Zeit verfertigten
mit Spuren des Lernens an vergangenen Zeiten. Wir sind nach und nach zu dieser
Ansicht gekommen, da wir sahen, dass die neuen Geräte nicht schön sind, und dass
die alten in neue Räume zu wohnlicher Zusammenstimmung nicht passten. Wir haben
uns selber gewundert, als die Sachen nach vielerlei Versuchen, Zeichnungen und
Entwürfen fertig waren, wie schön sie seien. In der Kunst, wenn man bei so
kleinen Dingen von Kunst reden kann, ist eben so wenig ein Sprung möglich als in
der Natur. Wer plötzlich etwas so Neues erfinden wollte, dass weder den Teilen
noch der Gestaltung nach ein Ähnliches da gewesen ist, der würde so töricht sein
wie der, der fordern würde, dass aus den vorhandenen Tieren und Pflanzen sich
plötzlich neue, nicht dagewesene entwickeln. Nur dass in der Schöpfung die
Allmählichkeit immer rein und weise ist; in der Kunst aber, die der Freiheit des
Menschen anheim gegeben ist, oft Zerrissenheit, oft Stillstand, oft Rückschritt
erscheint. Was die Hölzer anbelangt, so sind da fast alle und die schönsten
Blätter verwendet worden, die wir aus den Knollen der Erlen geschnitten haben,
die in unserer Sumpfwiese gewachsen sind. Ihr könnt sie dann betrachten. Wir
haben uns aber auch bemüht, Hölzer aus unserer ganzen Gegend zu sammeln, die uns
schön schienen, und haben nach und nach mehr zusammengebracht, als wir
anfänglich glaubten. Da ist der schneeige glatte Bergahorn, der Ringelahorn,
