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welche hohl waren und geöffnet werden konnten, befanden sich die getrockneten
Blüten, die Fruchtteile, die Blätter und andere merkwürdige Zugehöre der
Pflanze, zum Beispiel gar die Moose, die auf gewissen Orten gewöhnlich wachsen.
Eustach sagte mir, der alte Herr - so nannten alle Bewohner des Hauses meinen
Gastfreund, nur Gustav nannte ihn Ziehvater - habe diese Sammlung angelegt und
die Anordnung so ausgedacht. Sie soll nach dem Willen des alten Herrn noch
einmal gemacht und der Gewerbschule zum Geschenke gegeben werden.
    Seine seltsame Kleidung und seine Gewohnheit, immer barhäuptig zu gehen,
welch beides mir anfangs sehr aufgefallen war, beirrte mich endlich gar nicht
mehr, ja es stimmte eigentlich zu der Umgebung sowohl seiner Zimmer als der um
ihn herum wohnenden Bevölkerung, von der er sich nicht als etwas Vornehmes
abhob, der er viel mehr gleich war, und von der er sich doch wieder als etwas
Selbstständiges unterschied. Mir fiel im Gegenteile ein, dass manches nicht
geschmackvoll sei, was wir so heißen, am wenigsten der Stadtrock und der
Stadtut der Männer.
    In die Zimmer, welche nach Frauenart eingerichtet waren, wurde ich einmal
auf meine Bitte geführt. Sie gefielen mir wieder sehr, besonders das letzte,
kleine, welchem ich jetzt den Namen die Rose gab. Man konnte in ihm sitzen,
sinnen und durch das liebliche Fenster auf die Landschaft blicken. Dass ich nicht
um den Gebrauch dieser Zimmer fragte, begreift sich.
    Ich erzählte meinem Gastfreunde oft von meinem Vater, von der Mutter und von
der Schwester. Ich erzählte ihm von allen unsern häuslichen Verhältnissen, und
beschrieb ihm mehrfach, so genau ich es konnte, die Dinge, die mein Vater in
seinen Zimmern hatte, und auf welche er einen Wert legte. Meinen Namen nannte
ich hiebei nicht, und er fragte auch nicht danach.
    Ebenso wusste ich, obwohl ich nun länger in seinem Hause gewesen war, noch
immer seinen Namen nicht. Zufällig ist er nicht genannt worden, und da er ihn
nicht selber sagte, so wollte ich aus Grundsatz niemanden darum fragen. Von
Gustav oder Eustach wäre er am leichtesten zu erfahren gewesen; aber diese zwei
mochte ich am wenigsten fragen, am allerwenigsten Gustav, wenn er unzählige Male
unbefangen den Namen Ziehvater aussprach. Der Mann war sehr gut, sehr lieb und
sehr freundlich gegen mich, er nannte seinen Namen nicht, ich konnte auch nicht
mit Gewissheit voraussetzen, dass er meine, ich kenne denselben; daher beschloss
ich, gar nicht, selbst nicht in der größten Entfernung von diesem Orte, um den
Namen des Besitzers des Rosenhauses zu fragen.
    Nach und nach änderte sich die Zeit immer mehr und immer gewaltiger. Die
Tage waren viel länger geworden, die Sonne schien schon sehr warm
