 nicht glauben, dass man
zu einem Angriff gegen mich schreiten wird.«
    »Ich wiederhole Eurer Majestät, der Angreifende hat den Vorteil. Es ist ein
Krieg und eine Rache der Revolution gegen uns.«
    »Europa, die Throne sollten das bedenken.«
    »Leider ist auch in dieser Beziehung zu wenig vorbereitend geschehen. Euer
Majestät sind nun einmal eingenommen gegen die Macht und Bedeutung der Presse.«
    »Bah, ich verachte sie, es ist hohle Lüge und Declamation durch und durch.
Nichts Zuverlässiges. Auf Ihren Wunsch habe ich ja zwanzigtausend Imperials für
die Zwecke bewilligt, was wollen Sie noch mehr?«
    »Sire, ich glaube, es war zu spät. Die Presse lässt sich in unserer Zeit wohl
beeinflussen, aber nicht mehr kaufen. Wir haben Manches versäumt. Ich kann mich
von dem Glauben nicht losmachen, dass Euer Majestät der altrussischen Partei zu
schnell nachgegeben haben.«
    »Wohl - so sei diese Reise der letzte Versuch, den Frieden zu sichern. Ich
werde den Angriff abwarten, - und sie mögen zerschellen an Russland's Kraft. -
Sind weitere Depeschen und Nachrichten eingegangen?«
    »Der ausführliche Bericht des Staatsrats Fonton über seine Reise durch
Serbien liegt vor. Die Bevölkerung ist begeistert für Eure Majestät und das
Auftreten Russlands.«
    »Das gibt Österreich einige Beschäftigung und sichert uns vor
Überflügelung.«
    »Oberst Berger befindet sich wieder in Cetinje. Sein Einfluss ist durch die
Bemühungen des wiener Kabinets sehr beschrankt. Der Vladika hat neuerdings
strenge Verfügungen gegen die Razzia's in das türkische Gebiet erlassen müssen.
Im Volk selbst aber herrscht die Erbitterung fort und zeigt sich bei jeder
Gelegenheit, namentlich seit einer seiner gefeiertsten Häuptlinge, der Beg
Martinowitsch, von den Türken ermordet worden ist.«
    »Wenn der russische Adler ruft, werden meine wackeren Montenegriner nicht
müßig sein. Es war ein großer Fehler am wiener Kongress, Montenegro zu isoliren
und Korfu aufzugeben.«
    »Baron von Meiendorf meldet aus Wien, dass man dort die bestimmten Beweise
habe, dass die Führer der revolutionairen Propaganda, namentlich Kossut und
Mazzini, mit der Kriegspartei des Divan in genauem Rapport stehen.«
    »Das müsste man von Konstantinopel aus wissen. Wir sind dort bei Weitem nicht
mehr so gut bedient wie früher.«
    »In Madrid ist das Ministerium Lersundi gefallen. Der Sieg der
revolutionairen Partei bereitet sich vor.«
    »Der Fluch des begangenen Unrechts. Es fehlt diesen Bourbonen an
persönlichem Mut, ihr Alles in die Schranken zu werfen, sonst hätten längst die
Dinge im Westen einen andern Gang genommen.«
    »Der Kriegsminister wird Euer Majestät die Berichte des Fürsten Gortschakoff
vorlegen, so wie den Rapport über den Zustand der Festen am kaukasischen Ufer.«
