 um was es sich gerade
handelt, so wird der erzählende Kreis in einem großen Bogen umgangen, die
älteste der Hofdamen blickt hinter ihrem Fächer auf den Kreis, hustet sehr laut
und auf eigentümliche Art und gibt die Übersetzung dieses Hustens ihrer
Gefährtin, indem sie ihr zuflüstert: »Da werden wieder schöne Geschichten
abgemacht!«
    Um einige Stufen tiefer hinabzusteigen, so wissen namentlich alte gediente
Lakaien, Tafeldecker und Kammerdiener ihre verschiedenen Husten auf's Feinste zu
nuanciren. Der Lakai, der den Schlag des Wagens schließt, räuspert sich gelinde,
wenn vielleicht eine Hofdame in tiefen Gedanken versunken nicht angibt, wohin
sie fahren will, wonach er sich hintenauf schwingt und nun oftmals den Kutscher
mit lautem Gehuste dirigirt.
    Der Kammerdiener im Zimmer des Herrn blickt hustend auf die Uhr, wenn irgend
eine bestimmte Stunde herangekommen ist, und erweckt mit einem lauten Gehuste
den Türsteher aus seinen Träumereien, der fast vergessen hätte, voraus zu
springen und den Wagen vorfahren zu lassen.
    Endlich bei Tafel dirigirt der Hoffourier mit einer wahren Verschwendung von
dem feinsten und leisesten Husten das ganze Diner, der Tafeldecker macht den
Lakaien auf gleiche Art mit vielsagendem Räuspern auf seine Dummheit aufmerksam,
die er begangen, auf einen zerbrochenen Teller oder ein leeres Glas, und ein
junger Hofbedienter prallt erschreckt und gelinde hustend vor dem fürchterlichen
Abgrund zurück, in den er fast gestürzt wäre, da er im Begriffe war, dem ersten
Kammerherrn einen wilden Schweinskopf von der rechten Seite zu präsentiren.
    Um nicht zu ausführlich zu werden, wollen wir nur noch des vielsagenden
Hustens gedenken, in welchem sich zwei vornehme Staatsbeamte, die sich durchaus
nicht leiden können und die nun plötzlich im Vorzimmer zusammenstossen, steif und
gemessen begrüßen. Jeder hat geglaubt, er komme dem Andern zuvor und könne
Allerhöchsten Ortes seinem Kollegen eine unangenehme Suppe einbrocken. Dieser
Husten klingt wahrhaft nervenerregend, und wir sind überzeugt, dass sich in
gleicher Weise zwei Tigerkatzen begrüßen würden, die nur durch ein breites
Wasser verhindert sind, sich ihrem glühendsten Wunsche gemäß die Augen
auszukratzen.
    Ein Husten der furchtbarsten Art aber stört oft den Minister in seinem
Vortrage, wenn er zum Beispiel irgend eine Auszeichnung, einen Orden, ein
Geschenk für einen armen Künstler verlangt und er mit eindringlichen Worten
spricht, wie aufmunternd ein solcher Sonnenstrahl der Allerhöchsten Huld sei,
wie das Talent nur wachsen und gedeihen könne im warmen Schein der Königlichen
Gnade: ein Husten Seiner Majestät nämlich, wobei sie sich an das Fenster wendet
und die Excellenz versichert, es werde doch jetzt endlich ein beständigeres
Wetter eintreten. -
    Doch kehren wir in die Wohnung des Grafen Fohrbach zurück, der unterdessen
Zigarre und Toilette beendigt hat, und nun, im Begriff an den Wagen zu gehen,
durch den Kammerdiener einen Augenblick aufgehalten wird,
