 über die »Haltung der Truppen« aus.
    Zwar bedauert er die »Ungleichmässigkeiten im Äußern,« die notwendig aus
der »verschiedenartigen Uniformirung« hervorgehen, und »dem Auge sich mehr oder
weniger stark bemerkbar darstellen müsse,« beeilt sich jedoch hinzuzusetzen, dass
diese »Ungleichmässigkeiten« doch wieder »vollkommen ausgeglichen« werden durch
den »Geist der Ordnung, des Gehorsams und der freudigen Hingebung,« der ihn zu
den »schönsten Erwartungen berechtigt,« wenn es ihm
   »beschieden sein sollte, hier oder auf einem andern Kriegsschauplatz, jene
                      Truppen gegen den Feind zu führen« -
    O, du ahnungsvoller Engel Du! - - - - denn man kann unmöglich annehmen, dass
der General damals schon eine wirkliche Wissenschaft darüber gehabt habe, dass er
nach Berlin als Kommandeur der »Marken« berufen werde, um die
Nationalversammlung zu sprengen und den Belagerungszustand über die ruhige Stadt
zu verhängen.
    Ja, der »Geist des Gehorsams und der freudigen Hingebung,« ist dem
preußischen Kriegsheere vortrefflich eingeimpft und genährt worden.
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    Der Waffenstillstand von Malmoe war der erste Triumph, den die Fürsten dem
Volke ins Gesicht schleuderten. Sie durften es wagen, waren sie doch ihrer
Trabanten in Frankfurt gewiss.
    Die denkwürdige Sitzung der deutschen Nationalversammlung am 16. September
1848 streifte dem arglosen, vertrauungsvollen Volk die Schuppen von den Augen.
In dieser eilfstündigen Sitzung wurde die Frage des Malmoer Waffenstillstandes
definitiv verhandelt. Die Kommission, welche denselben zu prüfen hatte, sprach
bedenklich ihre Ansicht dahin aus, dass die Nationalversammlung ihre Anerkennung
versagen solle. In der darauf beginnenden Debatte zeichneten sich unter den
Rednern, welche für die Anerkennung sprachen, Herr von Vinke und der Fürst
Lichnowski, unter denen, welche gegen dieselbe sprachen, Robert Blum und Simon
aus Trier aus.
    Von des Morgens um 9 Uhr hatte die Discussion ohne Unterbrechung bereits bis
Nachmittags um 5 Uhr gedauert und immer noch war kein Resultat abzusehen. Das
Volk hatte sich erwartungsvoll um die Paulskirche geschaart und diskutirte nach
seiner eigenen Weise. Nur wenige teilten die allgemeine Spannung nicht; zu
diesen Wenigen gehörten drei Männer, welche dicht am Hauptgange der Kirche
standen und mit gleichgültiger, fast verächtlicher Miene auf das hin- und
herwogende Publikum blickten. Von Zeit zu Zeit flüsterten sie sich einige
Bemerkungen zu.
    - Es ist notwendig - sagte der jüngste von ihnen - dass wir hinausschicken.
Man kann immer nicht wissen, was geschieht. Seit einer halben Stunde ist das
Volk um das Doppelte angewachsen.
    - Bah! - erwiderte der Angeredete - was Du da »Volk« zu nennen beliebst,
besteht zu drei Vierteilen aus Dütchendrehern und
