 sich hin, indem er das
Wochenblatt zusammenfaltete und zu sich steckte. »Zu welchem Zweck verlässt
dieser intriguante alte Mann einen so dringenden Aufruf, und wer mag jene Maja
sein? Maja? Maja Pisom? Dieses Namens kann ich mich nicht erinnern. Unter meinen
Arbeitern wäre sie demnach wohl kaum zu suchen. - Aber einen Grund muss der
Aufruf doch haben! Und der verschlagene alte Schlaukopf ist sicherlich dabei
beteiligt! - Dahinter muss ich kommen und das bald! - Wahrhaftig es täte Not,
dass man sämtliche Arbeiter wie die Neger oder wie das liebe Vieh mit eigenen
Augen besichtigte, um sich die besonderen Kennzeichen jedes Einzelnen
gewissenhaft zu notiren! Ich werde mich sogleich erkundigen und, merke ich
Unrat, die so Gezeichnete ohne Weiteres entfernen. Der malitiöse Bursche soll
nicht allein und nicht immer truimphiren!«
    Mit dieser Aufforderung hatte es folgende Bewandtnis.
    Als unsere Freunde das Sterbebett der alten Maja verließen, drangen sie tief
in die Heide ein, um den Geburtsort von Haideröschens Tochter aufzusuchen. Es
war dieser kein eigentliches Dorf, bloß ein paar zerstreut stehende Häuser, wie
man sie häufig in jenen endlosen Wäldern findet und mit dem prunkenden Namen
eines Dorfes bezeichnet, bildeten es. Auf seinen Wanderungen hatte der
Maulwurffänger auch diesen versteckten Ort mehrmals betreten und wollte sich
jetzt erinnern, dass ihm vor vielen Jahren ein sehr hübsches Mädchen um ein
Almosen gebeten habe, an deren linken Schläfe er das erwähnte Muttermal bemerkt
zu haben vorgab. Auch behauptete er zuversichtlich, die hübsche Bettlerin habe
sich Maja Pisom genannt. Wie es nun häufig zu gehen pflegt, dass der Suchende
wirklich zu finden glaubt, so meinte auch Pink-Heinrich, das Mädchen sei ihm
gleich damals durch eine Ähnlichkeit aufgefallen, wozu er das Original lange in
seinem Gedächtnis vergeblich gesucht habe, nun aber stehe dasselbe lebhaft vor
seiner Seele und er wolle darauf einen körperlichen Eid ablegen, dass jene Maja
dem verstorbenen Haideröschen in Haltung und Gesichtsbildung sehr ähnlich
gewesen sei.
    Alle Nachfragen blieben jedoch ohne Erfolg. Die gegenwärtigen Bewohner des
Ortes waren zum Teil nicht einheimisch daselbst, sondern vor wenigen Jahren
erst aus andern Haideorten hergezogen. Von jener Maja wusste Niemand etwas.
    Unter diesen Umständen blieb den Suchenden nichts weiter übrig, als ein
öffentlicher Aufruf in den gelesensten Blättern. Dies sind für den Bauer und
Landmann die Wochenblätter und amtlichen Anzeiger kleiner Städtchen, weshalb der
Maulwurffänger nur diese als geeignet für den zu erreichenden Zweck vorschlug.
Er selbst sorgte für zahlreiche Verbreitung derselben in allen Haidedörfern,
indem er die Kolporteure und Herumträger dieser Blättchen anwies, sie in den
meisten Häusern unentgeltlich abzugeben. Man hatte den Drucker freigebig bezahlt
und eine größere Auflage als gewöhnlich davon abziehen lassen. Wo Pink-Heinrich
am ehesten die Gesuchte zu finden oder doch eine
