 Nachricht die volle Wahrheit enthielt, dass es wirklich
meine Schwester ist, die Dich zu der Scheidung veranlasst hat.
    Alfred war überrascht. In der großen Aufregung, in der Besorgnis für die
Geliebte hatte er nur daran gedacht, ihr und sich selbst genug zu tun, und das
Urteil der Menge gar nicht in Betracht gezogen.
    So beschützest Du Terese nicht, mein Freund! sagte der Präsident, so gibst
Du sie vielmehr dem Tadel absichtlich anheim, tust, wozu Deine Neigung Dich
führt, und versäumst, was Du bisher sehr richtig als Deine Pflicht erkannt hast
und was auch tatsächlich noch heute Deine Pflicht ist.
    Meine Pflicht ist allein, Teresen's Kränkung zu vergüten, den Menschen zu
zeigen, wie schuldlos sie an dem Vorwurfe ist, den man ihr macht, rief Alfred.
    Der Meinung bin ich selbst, entgegnete der Präsident, darum verlange ich,
dass Du Dich mit Deiner Frau vereinigst und -
    Unmöglich! das kann nicht sein! unterbrach ihn Alfred; verlange, was Du
willst, nur das Eine fordre nicht.
    Es gibt keinen andern Ausweg, es ist das Einzige, was Du für Terese tun
kannst, sagte der Präsident sehr ernst, eben darum fordre ich es auch von Dir,
und werde weder an Deine Freundschaft für mich, noch an Deine Liebe für Terese
glauben, wenn Du Dich weigerst, das Opfer zu bringen.
    Alfred ging, wie es bei heftiger Gemütsbewegung seine Art war, mit
schnellen Schritten im Zimmer umher. Hast Du Karoline gesprochen? fragte der
Präsident.
    Nein! ich habe ihr sagen lassen, ich wolle und würde sie nicht sehen.
    Und dann? fragte Julian.
    Dann ist sie in das Hotel zurückgekehrt, in dem sie gestern abgestiegen ist,
wie sie dem Diener sagte. Aber was soll die Frage?
    Dich veranlassen, Deine Frau aufzusuchen und sie in Dein Haus zu führen.
Folge mir, Alfred, bat er dringend, gib mir nach, denn ich bin ruhiger als Du.
Nimm Karoline nachsichtig auf, Du rettest Teresen's Ehre damit, Du vernichtest
Ruhberg's Plane, der Dich mit Gewalt aus Deinem Eigentume vertreiben, die
Erziehung Deines Sohnes, das Wohl Deiner Gutsinsassen in seine Hände bekommen
möchte. Kannst Du da noch schwanken?
    Du zeigst nur eine Seite der Medaille, sagte Alfred; das Elend, die Lüge und
das Leid der Kehrseite hältst Du wohlweislich verborgen. Ich soll dem falschen
Urteil der Menge genugtun und mich selbst verachten müssen, wenn ich in den
unwürdigsten Ketten liege. Was kümmert uns das sinnlose Urteil der törichten
Welt, wenn Terese und ich endlich das Glück erreichen, das wir erstreben!
    Du schiltst die Welt töricht und ihr Urteil sinnlos, jetzt, wo Du
