 die mögen es selber tun, aber dann Sorge tragen, dass in ihrer
Ausscheidung sie nicht sich selber richten, und zwar mit einem harten
Gerichte.
    »Alle die vorgebrachten Klagen sind richtig, aber ihr, ihr Hausväter, ihr
Hausmütter, die ihr klagt, ihr seid zumeist die Schuldigen, und aus dem
verwahrlosten Hause herauf wachsen, wie im Moraste Schwämme und Giftpflanzen,
die Dinge auf, über die ihr klaget.
    »Wenn Mann und Weib über einander klagen, was klagen sie eigentlich? Dass das
Haus nicht mehr ihr Tempel sei, dass Gott nicht mehr zwischen ihnen sei, dass
jedes dem eigenen Götzen sich zugewandt, dass eins vom Andern fordere, dass es ihm
als seinem Götzen diene, dass er auswärts opfere, was das Haus selbst bedürfe;
was klagen sie eigentlich, als es sei der Friede fort zwischen ihnen, der
Friede, der nur von Gott kommt und der nur in seinen Tempeln wohnt! Das Eine
oder das Andere, zumeist Beide, stehen nicht als Priester am Hausaltare, warten
des heiligen Feuers nicht, das die Herzen rein glüht von irdischen Schlacken;
daher die Klagen, daher das Weh, das durch zerrissene Glieder fahrt. Ihr klagt
über die Kinder und wundert euch darüber. In der Taufe habt ihr versprochen, sie
dem Herrn zuzuführen, tut ihr es? Vater, zeigst du deinem Kinde Gott, des
zeitlichen Lebens ewige Bedeutung? Und du, Mutter, nährst du in frommem Sinne
der Kinder geistigen Hunger und Durst und öffnest ihnen die Augen, dass sie im
Sichtbaren das Unsichtbare sehen und die Quelle des Leides über jegliche Sünde,
jegliche Befleckung? Gewöhnt ihr sie, euch als Priester nicht nur, sondern als
Engel Gottes zu betrachten, die ihnen der Herr auf Erden vorausgesandt, um an
erfahrner Hand sie zu geleiten aufrechter Bahn zum ewigen Ziele? Gewöhnt ihr
sie, das Haus zu betrachten als eine Freistätte des Guten; Tut ihr das? Oder was
meint ihr, wenn die Kinder euren Abfall von Gott sehen, dem Allmächtigen, dem
Allwissenden, und euren Ungehorsam gegen ihn, sollen sie dann euch gehorchen,
euch, den Schwachen und Gebrechlichen; Und wenn ihr selbst mit der Muttermilch
sie einsaugen lasst Fleischeslust, Augenlust, Hoffart des Lebens, was wollt ihr
euch da der Früchte weigern, die aus solchem Samen entstehen?
    »Oder wollt ihr sagen, Religion zu lehren sei der Lehrer Sache, Religion
lehrt sich eben nicht wie ein Rechnungsexempel, und ließe sie sich auch lehren,
wie soll sie da gelehrt werden, wo ihr mit Wort und Tat das Gegenteil von dem
tut, was der Lehrer lehrt' Was würdet ihr von einem Acker erwarten, den man
ansäet und alsobald nach der Aussaat wilde Schweine und
