 und den Todtenschein
Fennimor's ausgebreitet. Herr von Mauville prüfte Beide und gab sie dann den
anderen Richtern.
    »Madame,« sagte Herr von Mauville dann zur Marschallin, »die Dokumente
müssen allerdings genauer geprüft werden; - doch haben sie einen glaubhaften
Anstrich!«
    »Wie,« entgegnete die Marschallin, - »eine Zeremonie des ketzerischen
Priesters dieser abtrünnigen Sekte, die wir angehalten sind, nicht als Christen
anzusehen, - sie sollte einen Rechtsanspruch enthalten? Bei wem, glauben Sie,
wird das Anerkennung finden?«
    »Bei Allen, Madame,« entgegnete Herr von Mauville, »die mit einer besonderen
Bevorrechtung der schottischen Kirche bekannt sind, welche, aus der Zeit der
Königin Maria herstammend, die Priester dieser Kirche als befähigt anerkannte,
kirchliche Einsegnungen zu vollziehen; damals in der Hoffnung erlassen, die
Konfessionen durch Vermischung endlich der römischen Kirche wieder zu gewinnen.
Sie haben dadurch einen rechtskräftigen Grund erhalten, den wenigstens der
päbstliche Hof nicht verwirft.«
    Die Marschallin verlor einen Augenblick die Fassung. Sie blickte auf Souvré
- dieser lehnte sich kalt und hochmütig gegen die Gerichtstafel. »Madame,«
beantwortete er den Blick der Marschallin - »es scheint mir, Sie lassen sich zu
sehr herab, diese verworrene Verhandlung mit Ihrer Gegenwart zu beehren.
Erlauben Sie mir, dass ich Ihnen den Arm gebe; Sie werden in Paris ein
geeigneteres Gericht finden, was so ausgesuchte Beleidigungen abweisen und
bestrafen wird. Wenigstens ich habe mit diesen Angelegenheiten Nichts mehr zu
tun.«
    Er nahete sich der Marschallin, und diese ließ sich hinwegführen, ohne
sprechen zu können, ganz um ihre gewöhnliche, stolze Haltung gebracht; die
Gräfin d'Aubaine folgte ihr; denn sie sah ihre arme Tochter nicht, welche auf
einem Sessel hinter dem Stuhle ihres ebenfalls ahnungslosen Vaters saß, und mit
der Gemütsbewegung zuhörte, die sie gänzlich über ihre auffallende
Handlungsweise hinweghob.
    Als diese störenden Elemente sich entfernt hatten, ergriff Herr von Mauville
wieder die oft unterbrochene Verhandlung. »Junger Mann,« redete er Reginald an;
- »der Augenblick, in dem Ihre alte Beschützerin sie zwingt, sich einer so
mächtigen und vornehmen Familie als ein nah berechtigtes Mitglied derselben zu
zeigen, ist durch die traurige, vorangebende Veranlassung dieses Verhörs, ein
sehr ungünstiger zu nennen. Dessen ungeachtet glaube ich annehmen zu können, dass
mit dieser Entdeckung, die gegen Ihren Willen gemacht ist, und die Sie früher
verweigert haben, der Grund weggefallen ist, der Sie abhielt, uns zu entdecken,
warum Sie den Grafen Ludwig veranlassten, mit Ihnen nach Ste. Roche zu gehen.
Überhaupt, mein Herr - ich sage es mit Bedauern, aber es bleibt dennoch wahr -
diese neuen Entdeckungen sind Ihnen nachteiliger,
