 den Schlummer zu suchen, damit sie
nicht, wie er lächelnd hinzufügte, sich den Tadel des Arztes und ihrer strengen
Wärterin zuzögen.
    Er führte darauf den Grafen Robert mit sich hinweg und sagte: Ich bin
vollkommen überzeugt, dass beide junge Männer ohne Gefahr hier bleiben können,
wenn es nicht verraten wird, dass sie mit Schill in Verbindung waren. Desshalb
müssen wir auf eine bestimmte Erklärung des jämmerlichen Zustandes sinnen, in
dem wir sie fanden, denn glauben Sie mir, der Prediger wird nicht mit
allgemeinen Antworten zufrieden sein. Und wenn er auch täte, als wäre er es, so
wird er so viele misstrauische, spöttische Winke fallen lassen, dass er unfehlbar
Argwohn erregen wird, und doch möchte ich auch ungern ihm das Geschick Ihrer
Freunde aufrichtig vertrauen, denn er würde dies Vertrauen zwar um keinen Preis
missbrauchen, sie unglücklich zu machen, aber er würde dadurch ein solches
Übergewicht erlangt zu haben glauben, dass er Ihnen, bester Vetter, oft
unerträglich lästig sein würde.
    Der Graf Robert, der die Menschen nicht immer so milde betrachtete, wie sein
Oheim, und der daher dem Prediger nicht sonderlich geneigt war, sah die Wahrheit
des Gesagten ein. Nach langer Beratung kamen die beiden Verwandten überein, dem
Prediger zu vertrauen, die beiden jungen Männer hätten sich nach Frankreich
gewagt, um das Schicksal der Schwester des Einen und der ehemaligen Braut des
Andern zu erforschen, und wären auf den französischen Obristen gestoßen, mit dem
Werteim das Duell der Schwester wegen gehabt habe. Die eingeleitete Verfolgung
habe die jungen Männer zur Flucht genötigt und sie gezwungen, sich ängstlich zu
verbergen. Dadurch wären ihnen die Hilfsmittel ausgegangen und sie endlich in
den kläglichen Zustand geraten, worin man sie gefunden. Dass das französische
Regiment abgelöst war, gab der Fabel einige Wahrscheinlichkeit, und da der
Pfarrer bei seiner Neugierde im Grunde leichtgläubig war, so ließ sich hoffen,
er würde die Unwahrscheinlichkeiten in dieser Erzählung übersehen. Der Graf
Robert übernahm es, seine Freunde davon in Kenntnis zu setzen, auf welche Weise
ihre Erscheinung auf dem Schloss erklärt würde, damit sie im Stande wären, die
Fragen gehörig zu beantworten, die der Geistliche unfehlbar an sie richten
würde.
    Der große Tag war erschienen, an welchem das glänzende Manoeuvre des Baron
Löbau Statt finden sollte. Er hatte alles getan, um die Waffenübung des Grafen
Robert zu übertreffen, den er mit einigem Verdruss als seinen Rebenbuhler
betrachtete, ohne zu bedenken, dass er niemals auf die Idee gekommen wäre,
Beschäftigungen der Art anzuordnen, wenn ihm nicht die Einrichtungen des Andern
dadurch, dass sie das Streben ihn zu übertreffen in ihm weckten, eine Anregung
gegeben hätten.
    Als die beiden Grafen erschienen, bemerkten sie eine Batterie von Kanonen,
die
