 wenn's not tut, gleich bei
der Hand, und immerfort die heiterste Lebensbegleiterin.«
    Angela, so nannte man die durch Gestalt und Betragen einnehmende Schöne,
verkündigte sodann die Ankunft Makariens; ein grüner Vorhang zog sich auf, und
eine ältliche wunderwürdige Dame ward auf einem Lehnsessel von zwei jungen,
hübschen Mädchen hereingeschoben, wie von zwei andern ein runder Tisch mit
erwünschtem Frühstück. In einem Winkel der ringsumher gehenden massiven eichenen
Bänke waren Kissen gelegt, darauf setzten sich die obigen dreie, Makarie in
ihrem Sessel gegen ihnen über. Felix verzehrte sein Frühstück stehend, im Saal
umherwandelnd und die ritterlichen Bilder über dem Getäfel neugierig
betrachtend.
    Makarie sprach zu Wilhelm als einem Vertrauten, sie schien sich in
geistreicher Schilderung ihrer Verwandten zu erfreuen; es war, als wenn sie die
innere Natur eines jeden durch die ihn umgebende individuelle Maske
durchschaute. Die Personen, welche Wilhelm kannte, standen wie verklärt vor
seiner Seele, das einsichtige Wohlwollen der unschätzbaren Frau hatte die Schale
losgelöst und den gesunden Kern veredelt und belebt.
    Nachdem nun diese angenehmen Gegenstände durch die freundlichste Behandlung
erschöpft waren, sprach sie zu dem würdigen Gesellschafter: »Sie werden von der
Gegenwart dieses neuen Freundes nicht wiederum Anlass zu einer Entschuldigung
finden und die versprochene Unterhaltung abermals verspäten; er scheint von der
Art, wohl auch daran teilzunehmen.«
    Jener aber versetzte darauf: »Sie wissen, welche Schwierigkeit es ist, sich
über diese Gegenstände zu erklären, denn es ist von nichts wenigerem als von dem
Missbrauch fürtrefflicher und weit auslangender Mittel die Rede.«
    »Ich geb' es zu«, versetzte Makarie, »denn man kommt in doppelte
Verlegenheit. Spricht man von Missbrauch, so scheint man die Würde des Mittels
selbst anzutasten, denn es liegt ja immer noch in dem Missbrauch verborgen;
spricht man von Mittel, so kann man kaum zugeben, dass seine Gründlichkeit und
Würde irgendeinen Missbrauch zulasse. Indessen, da wir unter uns sind, nichts
festsetzen, nichts nach außen wirken, sondern nur uns aufklären wollen, so kann
das Gespräch immer vorwärtsgehen.«
    »Doch müssten wir«, versetzte der bedächtige Mann, »vorher anfragen, ob unser
neuer Freund auch Lust habe, an einer gewissermaßen abstrusen Materie
teilzunehmen, und ob er nicht vorzöge, in seinem Zimmer einer nötigen Ruhe zu
pflegen. Sollte wohl unsere Angelegenheit, außer dem Zusammenhange, ohne
Kenntnis, wie wir darauf gelangt, von ihm gern und günstig aufgenommen werden?«
    »Wenn ich das, was Sie gesagt haben, mir durch etwas Analoges erklären
möchte, so scheint es ungefähr der Fall zu sein, wenn man die Heuchelei angreift
und eines Angriffs auf die Religion beschuldigt werden kann.«
    »Wir können die Analogie gelten lassen«,
