 ihr einwilliget,
drei Beschlüsse zu genehmigen und zu befolgen.«
    »Aha!« schrien die reichen Bauern: »Jetzt kommt der hinkende Bote nach!«
    Oswald sprach: »Hört mich an und denkt wohl nach, ob ich wahr rede oder
nicht. Wir haben in Goldental ungefähr hundert Haushaltungen.«
    »Das ist wahr!« riefen die Bauern.
    »Jede Haushaltung,« sagte Oswald, »bekommt jährlich drei Klafter Holz nebst
Reiswellen aus dem Gemeindswald.«
    Die Bauern sagten: »Das ist wieder wahr.«
    »Und,« fuhr Oswald fort, »so viel braucht jede Haushaltung; manche mehr,
manche aber auch weniger, die aus der Garküche speist. Aber alle könnten sich
mit Wenigerem behelfen, wenn sie nicht Jahr aus Jahr ein zum Brodbacken,
Obstdörren und zu den Wäschen gar viel Holz nötig hätten. Bedenket, wenn in
einer einzigen Woche zehn, zwanzig Familien Wäsche halten oder Brod backen, wie
viel Holz in so vielen Häuseln auf einmal verbrannt wird!«
    Die Bauern murrten und sprachen: »Das ist ganz richtig; aber wir können
nicht ohne Brod leben und in unreiner Wäsche gehen.«
    Oswald sagte: »Es gibt viele Gemeinden im Lande, die weit reicher sind, denn
wir, und doch weit mehr hausen und besser sparen, als wir. Aber eben darum sind
sie reicher. Es gibt Gemeinden, sie haben nicht so viel Waldung, als wir, und
haben doch Holz genug und können davon sogar verkaufen. Aber wie machen sie es?
Da haben mehrere Häuser zusammen nur einen einzigen Back- und Dörrofen. Da trägt
jeder in der Woche seinen Teig und sein Obst hin, wenn die Reihe an ihn kommt.
Und weil der Ofen nie kalt wird, braucht Jeder nur wenig Holz zur Feuerung
hineinzutun, um ihm die gehörige Hitze zu geben. Das nennt man hausen und
sparen! - Warum können wir das nicht? Warum taten wir das nicht schon längst?
Antwort: Weil wir zum Guten entweder zu träg oder zu unverständig waren. Und
bedenkt noch dazu, wie leicht wir durch das Backen und Dörren in den Wohnhäusern
ein ganzes Dorf in Feuersgefahr setzen. Bedenket, wie viel Holz wir nur dadurch
sparen könnten, wenn wir kleinere, bequemere Stubenöfen hätten, die weniger Holz
fressen, statt der ungeheueren Steinmassen, die wir haben müssen, weil sie auch
zum Backen und Dörren dienen sollen. Holz brennen heißt Geld verbrennen!«
    Bei diesen Worten kratzte sich die ganze ehrsame Gemeinde von Goldental
verdrießlich hinter den Ohren.
    Doch der erste Vorsteher ließ sich nicht stören, und sprach weiter: »Schauet
rechts und links. Andere Gemeinden haben längst schon Gemeindswaschhäuser, deren
sich alle Haushaltungen nach der Reihe
