
ruhigen Lauf zwischen zwei Reihen mit Kiefern bewachsenen Bergen stellte sich
ihm auf einmal ein großer Fels entgegen und hemmte seinen Gang. Der Druck des
Wassers sprengte den Fels bis in die Tiefe, nun stürzt der Fluss durch eine 30
Fuß breite Spalte 70 Schuh hoch in einen grundlosen Schlund, in welchem er sich
von dem Falle zu erholen scheint; dann ohne das mindeste Brausen zwischen den
Steinmassen hervorkommt, und sich als stillfliessender Strom verbreitet, welcher
auf der Abendseite durch ein hohes Ufer eingeschlossen wird, von dessen Höhe man
die schönste Aussicht nach den fruchtbaren östlichen Flächen hat. Jersei ist
meist von Holländern und Engländern angebaut, welche den Geist der Ordnung und
Nettigkeit ihres Vaterlandes in allem zeigen.
    Denken Sie, was für einen ergötzenden Anblick dieser Fleck der fruchtbarsten
Erde dem Auge gewährt. Mais, 8 Schuh hoch, viel von meinem lieben wilden Spargel
dazwischen; Buchweizen, der zu Kuchen, sonst aber wie Hafer zur Fütterung
gebraucht wird; tausend Weizen-Felder, welche Korn und Mehl zur Ausfuhr liefern;
Roggen, der unter Mais-Mehl gemischt, ein gutes Brod gibt, welches von allen
Einwohnern gebraucht wird; Erbsen, aber sehr wenig, weil ein in Amerika eigenes
Insect, Brunus genannt, sie zerstört, hingegen wird sehr viel Gerste gebaut:
Obst- und Küchen-Gärten im höchsten Flor: Wasser-Melonen gibt es so viel, dass
im Sommer die Feldarbeiter sie, wie es in Italien üblich ist, zum Labsal
erhalten; großer weißer Winterkohl, Artischocken, alle Arten Rüben, Bohnen,
Zwiebeln, Knoblauch, Salatkräuter, Raute, Salbei, Senf, besonders eine Menge der
schönsten Äpfel, von welchen der vortrefflichste Cider gemacht wird: jeder
Bauerhof hat auch seine eigne Presse; Pfirsiche werden häufig zu Branntwein und
zu Schweinsmast gezogen, Kirschen, Birnen und Wallnüsse in Menge; da man weiß,
dass die europäischen Obstbäume früher blühen, als die amerikanischen, so hat man
viele gepflanzt. Sie können leicht denken, dass mir diese Aussicht und dieser
Wasserfall eine außerordentliche Freude machten, aber die Nachricht, dass die
waldigten Teile dieses Gartens von Panter, Tieger, Wölfen, Luchse, Bären,
roten und grauen Füchsen bewohnt waren, und noch sind, machte mich etwas ernst
und missmutig. Meine Freundin weiß, dass ich von allen vierfüssigen Tieren nur
Pferde, Rindvieh, Schaafe, Hirsche, Rehe, Haasen und zahme Schweine liebe, also
waren mir alle oben benannte, im Walde und dem Garten zu viel; die Pelz-Tiere,
als: Waschbären, Marder, Fischotter, Bieber, Kaninchen, will ich wegen ihren
wärmenden Fellen, und wegen dem Nutzen der Handlung gerne dulden; wildes
Geflügel söhnte mich etwas mit den rauen Waldbewohnern aus. Fasanen,
