 Klotildens Name und
das Morgen-Erwachen blutlose Dolche ziehen, hat ja das Getöse der Welt so nötig
und jedes Übertäuben der Wunden!
    Mit der Absicht solcher Friedenspräliminarien entschuldigte er seinen
künftigen Ungehorsam gegen seinen Vater, der ihm das Schleunessche Haus zu
suchen abgeraten; denn da die Fürstin immer hinkam, so wars der schicklichste
neutrale Ort zum Friedenkongresse. O! nur ein halbes - -
                      Extrablatt über töchtervolle Häuser!
Das Haus von Schleunes war ein offener Buchladen, dessen Werke (die Töchter) man
da lesen, aber nicht nach Hause nehmen konnte. Obgleich die fünf andern Töchter
in fünf Privatbiblioteken als Weiber standen, und eine in der Erde zu Maiental
die Kindereien des Lebens verschlief: so waren doch in diesem Töchter-Handel-
haus noch drei Freiexemplare für gute Freunde feil. Der Minister gab bei den
Ziehungen aus der Ämter-Lotterie gern seine Töchter zu Prämien für große
Gewinste und Treffer her. Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er, wenn nicht
Verstand, doch eine Frau. In einem töchterreichen Haus müssen, wie in der
Peterskirche, Beichtstühle für alle Völker, für alle Charaktere, für alle Fehler
stehen, damit die Töchter als Beichtmütter darin sitzen und von allen
absolvieren, bloß die Ehelosigkeit ausgenommen. Ich habe oft als Naturforscher
die weisen Anstalten der Natur zur Verbreitung sowohl der Töchter als Kräuter
bewundert. »Ists nicht eine weise Einrichtung,« sagt' ich zum naturhistorischen
Goeze, »dass die Natur gerade denen Mädchen, die zu ihrem Leben einen reichen
mineralischen Brunnen brauchen, etwas Anhäkelndes gibt, womit sie sich an elende
Ehe-Finken setzen, die sie an fette Örter tragen? So bemerkt Linné52, wie Sie
wissen, dass Samenarten, die nur in fetter Erde fortkommen, Häkchen anhaben, um
sich leichter ans Vieh zu hängen, das sie in den Stall und Dünger trägt.
Wunderbar streuet die Natur durch den Wind - Vater und Mutter müssen ihn machen
- Töchter und Fichtensamen in die urbaren Forstplätze hin. Wer bemerkt nicht die
Endabsicht, dass manche Tochter darum von der Natur gewisse Reize in benannten
Zahlen hat, damit irgendein Domherr, ein Deutscher Herr, ein Kardinaldiakonus,
ein apanagierter Prinz oder ein bloßer Landjunker herkomme und besagte Reizende
nehme und als Brautführer oder englischer Brautvater sie schon ganz fertig
irgendeinem sonstigen Tropfen übergebe als eine auf den Kauf gemachte Frau? Und
finden wir bei den Heidelbeeren eine geringere Vorsorge der Natur? Merket nicht
derselbe Linné in derselben Abhandlung an, dass sie in einen nährenden Saft
gehüllet sind, damit sie den Fuchs anreizen, sie zu fressen, worauf der Schelm -
verdauen kann er die Beeren nicht -, so gut er weiß, ihr Säemann wird?« -
    O mein Inneres ist ernsthafter, als ihr meint
