 kommt, zeigt Zorn und Wut und Grimm in voller Existenz,
oder fast gänzliche Veränderung derselben.«
    »Nur die zwei ersteren Arten können lange Dauer haben, weit mindre die
vorletzte; und die letzte ist nur ein plötzlicher Übergang.«
    »Alle drei Arten von Existenz entwickeln sich aus einem Grundton, und werden
durch die Melodie zu Leben und Handlung.«
    »Die Terz darin entscheidet hauptsächlich den Charakter, und gestattet eine
weit größere Mannigfaltigkeit, als die Quinte, welche nur ein wenig vermindert
von ihrem reinen Verhältnis noch erträglich ist.«
    »Ein musikalischer Shakespear sollte den verschiedenen Ausdruck der Terz in
den verschiedenen Accorden von dem geringsten Grad ihrer Kleinheit, wo sie an die
Sekunde grenzt, bis zur höchsten Größe, die sie verträgt, aus seinem Herzen
schildern: die tiefste Angst und Bangigkeit, die rührendste Zärtlichkeit, die
Heiterkeit gesunden frohen Lebensgenusses, und die höchste Süßigkeit, dann Mut
und Tapferkeit bis zur Wut, welche Batterien stürmt beim wilden Schall der
Kriegstrompete6. Die Terz ist gleichsam das Herz, der Sitz der Leidenschaft; und
die Quinte der himmlische Geist, den der Schöpfer dem Menschen einhauchte. Sie
verträgt gar wenig Veränderung, wenn sie nicht aus einem Engel des Lichts zum
Teufel, oder zur elenden kranken Kreatur werden soll.«
    »Wenn man die verschiedenen Accorde nach den vorhin beschriebenen Charaktern
stimmen könnte: so wäre diese Temperatur ohne Zweifel die beste für den
Ausdruck. Die alte Methode, nach welcher unsre Orgeln und Klaviere gestimmt
wurden, bringt diesen auch hervor; und es scheint, dass die verschiedenen
Charakter der Grundtöne durch Gewohnheit und Erziehung endlich nach und nach
auch in die Ohren der Sänger, Geiger und in die blasenden Instrumente wären
verpflanzt worden. Ein guter Geiger, der aus C dur spielt, greift gleichsam aus
Instinkt die Terz rein; und wenn er aus E dur spielt, sie höher. Wenn Dichter
und Tonsetzer die Leidenschaft gut getroffen haben: so treibt das zarte Gefühl
einer Gabrieli sie von selbst, Terzen zu erhöhen und zu schwächen nach diesem
Charakter.«
    »Man stimmt also den Accord C dur rein mit vollkommener Quint, und der Terz
in dem natürlichen Verhältnis. Damit die große Terz E zu A eine noch gute Quinte
mache, mildert man die Quinten von G zu D und D zu A etwas. Die Quinte von A zu
E sollte nach der Strenge in folgendem Verhältnis sein:
    C 1, G 3, D 9, A 27, und E 81.«
    »E zu C als reine große Terze gibt aber folgendes Verhältnis: 4/5, die
doppelte Oktave nämlich als 4, die Terz als 5; nun vervielfältigt: 5, 10, 20,
40, 80.«
    »Also ist der Unterschied
