- und Nierensteine, womit ich aber weder meinen Lesern noch mir einen Stein
in den Weg legen will. Wer es seiner geben wollte, nannte jene mit dem
Circumflex bloß: mit, z.B. Freiherr von Rosental mit. - Man hatte zu dieser
Ellipsis noch eine besondere Ursache; es ging nämlich die Rede, dass, so lange
die Circumflexer existiert hätten, zwei Drittteile von ihnen einen Buckel
gehabt. Ob es bloß ein artiger Scherz oder eine unartige Wahrheit gewesen, dass
der Stamm ohne den Stamm mit durch Brief und Siegel, durch Urteil und Recht,
gezwungen hätte, buckelig zu sein (welcher Rechtsspruch bei Gelegenheit eines
dreissigjährigen Lehnsprocesses rechtskräftig geworden war), lass' ich dahin
gestellt sein. - Wie viel durch Urteil und Recht möglich ist, wissen wir alle.
Dieser Hokuspokus macht das Gerade krumm, das Krumme gerade, erklärt Menschen
für tot und spricht: kommt wieder Menschenkinder! je nachdem es im Rate der
Schöppen beschlossen ist. Ich selbst habe drei Rosentaler gekannt, welche
diesen Auswuchs (dieses Harz, wie es die anderen Arme der Rosentalschen
Familie, um es sein und lieblich zu geben, auch wohl zuweilen nannten) nicht
leugnen konnten, indes gar merklich dass widerlegten, was man in der Regel zu
behaupten pflegt: dass dergleichen Ausgewachsene oder Harzige sich in Hinsicht
der Seelen durch Verschlagenheit und Lift und dem Fleische nach durch
körperliche Stärke auszeichnen. Wenn die Spruchstelle: »Hüte dich vor dem, den
Gott gezeichnet hat,« (so wie die meisten Exegeten der höckerigen Meinung sind)
geradezu auf die Buckeligen geht, so kann man mit Bestande der Wahrheit
hinzufügen: Excipe die Circumflexer. - Unser Held war aus dem Stamm ohne. Wie
der Stamm mit zu dem Mit gekommen, erhellt aus einer
                                     §. 4.
                                        
                                    Legende,
die bei der Familie durch Tradition, und also nicht im Kasten Noä mit fünf
besonderen Schlössern, aufbewahrt wurde, und die ich curiositatis gratia, so wie
ich sie empfangen habe, erzählen will.
    Es war einmal Adam Sem Ham Japhet Freiherr von Rosental, der wegen seiner
Stärke, um bei der heiligen Schrift zu bleiben, Simson, und wegen seiner
Schönheit Joseph heißen konnte. Ich würde ihn mit dem Königssohne Absalom
vergleichen, wenn der Herr Vater des Prinzen Absalom von alter Familie gewesen
wäre, und Se. Majestät nicht in Dero Jugend das liebe Vieh gehütet hätten. -
Hierzu kommt, dass Se. königliche Hoheit an einer Eiche hangen blieben. (Schade,
nicht um den Prinzen, sondern um sein schönes Haar! -) Das schwarzbraune Haar
unseres Adam Sem Ham Japhets, das Absalom gewiss nicht köstlicher haben konnte;
seine Ritterstirn, die sich wie ein Fächer in Falten legte und öffnete, je
