 mit der allgemeinen inneren Beschaffenheit
der Dinge abgibt, war das Werk weniger Edlen, der Vorzug unserer Vorväter. Von
ihnen schreibt sich die Bemerkung her, dass die Philosophie in der Kunst zu
sterben bestehe. Die Philosophen und Theologen (wenn man diesen letzten
vermessenen Ausdruck brauchen darf) der alten Welt waren eins; und da die
Philosophie alles geistig richtet, so kommt ihren Liebhabern eigentlich der Name
Geistliche zu, der, wenn man ihm den Namen weltlich entgegensetzt, die Sache
noch deutlicher zu machen scheint. Man wendet oft die Gesetze der Naturlehre im
gemeinsten Leben an, ohne sie einzusehen und ihnen nur einen Blick der
Aufmerksamkeit und Erkenntlichkeit zuzuwenden.
    Bei jeder Sache von Wichtigkeit gibt es eine heilige Drei (das wusste man
wohl in Rosental), und die Philosophie hat auch die ihrige: Gott, Welt, Mensch.
Der Inbegriff von Begriffen und Kenntnissen von der kleinen Welt, dem Menschen,
der großen Welt, dem All und der Gottheit, ist die philosophische Dreieinigkeit,
von der es (wie? das ist die Frage) im Geist und in der Wahrheit heißen kann:
Diese Drei sind Eins.
    Dass Gott der Herr selbst die Logik oder die philosophische Denk- und
Sprachlehre dem ersten Menschen beigebracht habe, ist kein Zweifel, da zu dieser
Frist die große und kleine Welt noch Kinder waren, und wenn Gott selbst nicht
die Erziehung übernommen hätte, - was würde wohl, besonders aus der kleinen
Welt, dem Menschen, herausgekommen sein? (Bei so gründlichem Elementarunterricht
und bei einem solchen Lehrer - war es Wunder, dass die Lernenden
Riesenfortschritte machten?) Wer den Menschen in der Art berechnet, dass er vom
Jäger (heißt auch zugleich Fischer) zum Hirten, von diesem zum Ackerbauer, dann
zum kleinen, dann zum großen Bürger gediehen; dass Städte, wo Bürger sich zu
kleinen Gesellschaften verstanden, die Stifter der Staaten gewesen, wodurch
Ungleichheit des Standes, Kraft, Macht, Gewalt, Gesetzgebung, gesellschaftliche
Tugend, allgemeine Religion entstanden; mag immer kein ganz verwerflicher
politischer Rechenmeister sein; in unserm Orden - was gilt er? Wenig oder
nichts!
    Vom Könige Salomo (einem großen Ordensmanne) heißt es: er redete von Bäumen,
von der Ceder auf Libanon bis an den Ysop, der aus der Wand wächst; auch redete
er von Vieh, von Vögeln, von Gewürmen und von Fischen. Und diese Leichenrede
gilt von Adam, mit dem vorzüglichen Unterschiede, dass Adam nicht nur in der
Physik, sondern auch in der Metaphysik kunstgerecht war. Er verstand genau, was
die profanen Theologen schaffen und erhalten, wir aber schaffen und verwandeln
heißen, und hatte das Glück, nicht bloßer Speculirer zu sein. - Er drang in das
Wesen, ja
