 erwiderte jemand;
»aber gerade so, wie der Strick den Gehängten.« - Seht! wer bloß ein
gesetzlicher Mensch ist, kann wahrlich nicht weniger sein. - Nicht nach den
Gesetzen des Staates, sondern nach Euren Grundsätzen müsst Ihr leben, wenn Ihr
den Namen Mensch verdienen wollt. - Wahrlich! man kann nur die Tugenden seiner
Überzeugung besitzen. Die äußerste Grenze von den Eigenschaften der Seele ist
die Vernunft, - und die Hauptsumma aller Lehren: seid vernünftig! - Hütet Euch
zu fallen, und wenn Ihr fallt, steht schnell auf! Durch eine Konstantinstaufe
sollten alle Verbrechen, Mord und Blut abgewischt sein? Dass sich Gott erbarme!
Von unserm ganzen Leben, nicht von dem letzten Augenblicke desselben sind wir
verhaftet. - Er aber, der in Euch angefangen hat das gute Werk, wolle es durch
seinen heiligen Geist in Euch bestätigen und vollführen! Amen.
    Endlich soll Euch diese Zeremonie lehren, dass der Mensch nicht zur Ruhe
berufen ist - und dass bei weitem nicht jede Ruhebank, wenn sie gleich köstlich
und fein einladet - Ruhe gewährt.
    Das Zeichen, wodurch wir uns von andern unterscheiden, ist, den Zeigefinger
auf den Mund legen. Zeichen und Bedeutung bedürfen keiner Erklärung.
    Außer diesem Grade gibt es im Orden noch zwei, von denen die Erschienene uns
nichts als das leere Nachsehen zurückgelassen hat. Sie versichert dieser beiden
Grade selbst noch nicht gewürdigt zu sein. Der Himmel bringe sie zu diesem
Ziele, wenn es ihr nützlich und selig ist!
    Der nächstfolgende ist der Grad der gelösten Zunge, und der dritte der Grad
der Handlung.
    Die Freimaurer-Adoptionsloge ist übrigens von dem gegenwärtigen Orden völlig
unterschieden.
    Auch wird Tafelareopag gehalten, bei dem nichts Denkwürdiges vorkommt, als
dass man bei der ersten und letzten Schüssel kein Wort spricht. Dies Symbol
bedeutet den Anfang und den Schluss des menschlichen Lebens.
    Dass diese Aufnahme viele Fragen über die
                                     §. 64.
                                        
                                  Erscheinung
veranlasste, war natürlich; die Nachbarschaft indes wusste nur wenig. Und dies
Wenige? - Die Erschienene wäre ihr unter dem Namen des Fräuleins Sophie von
Undekannt empfohlen. Ihr Zuname sei offenbar angenommen. Auch Sophia (Weisheit)
schiene nicht autentisch zu sein, bemerkte die Nachbarin. - Diese Bemerkung
richtete den aufs Haupt geschlagenen Ritter in Rücksicht des einen und ziemlich
gemeinen Namens auf, - die Ritterin aber freute sich innerlich, dass Fräulein von
Undekannt Sophie hieße. »Von wem empfohlen?« Von einem Verwandten aus Sachsen,
nicht empfohlen, sondern auf die Seele gebunden. Sie hätte hier bloß einen
jungen Kavalier drei Viertelstunden gesprochen und wäre überhaupt nur drei Tage
in - - gewesen. Dieser edle Jüngling hätte sich, aller Bitte länger zu bleiben
ungeachtet, keine Minute über die drei
