 General und Mann von Gewichte, beschrieb die Heere dieser
Vagabonden als Räuberrotten, die kaum verdienten, von regulierten Truppen zu
Paaren getrieben zu werden. Wer hätte auch glauben sollen, dass Leute ohne Schuhe
und Strümpfe, die zuweilen bloß davonliefen, wo man schicklicher nach dem Takte
hätte retirieren sollen, die nicht wussten, was deployieren und durchziehn und
dergleichen hieß, und deren Anführer gemeine Kerl, ohne Geburt und Stand, waren,
dass diese unsre bunten Männerchen, mit Gold und Silber geziert, die, unter
Anführung von Lords, Grafen und Edelleuten, alles nach dem Tempo zu tun
verstanden, schlagen, gefangennehmen und zum Lande hinausjagen würden? Die
Zeitungen und Privatbriefe waren voll von Zwist und Spaltung, die unter den
Mitgliedern des Kongresses herrschten, von Trennung und Unterwerfung einzelner
Provinzen unter Britanniens Zepter, von allgemeiner Anarchie, Mord und Raube.
Und wie sieht es jetzt mit diesen Rebellen aus, nachdem kaum der sechste Teil
eines Menschenalters seit jener Zeit verflossen ist? Keine Spur mehr von Mangel,
Unordnung und Gärung! In voller Würde, respektiert und gefürchtet von allen
Völkern des Erdbodens, steht der neu errichtete Staat da, nachdem er seine
Freiheit mutig errungen und sich einen ehrenvollen Frieden verschafft hat - ein
wundersames politisches Phänomen! Menschen, unter verschiedenen Himmelsstrichen
geboren, nun in eine Nation zusammengeschmolzen. Provinzen, deren jede sich
besondere Gesetze gemacht hat, zu einem großen Staatskörper vereinigt, ohne
gemeinschaftliches einzelnes Oberhaupt, ohne Adel, ohne herrschende Religion, im
höchsten Wohlstande und Flor, den nur Freiheit, Frieden, gute Polizei, Handel,
Wissenschaften und Künste gewähren können, von Tage zu Tage zunehmend, in
brüderlichem Bündnisse mit ihren ehemaligen Vormündern, ein Muster, dem andre
Völker nachstreben! Wie gern würde mancher Fürst, der damals von den
amerikanischen Rebellen mit der tiefsten Verachtung redete, jetzt mit großer
Herablassung und Dankbarkeit von der amerikanischen Nation eine kleine
Stattalterschaft für einen seiner Prinzen annehmen, wenn dies Volk es zu
erkennen wüsste, wozu ein Fürstensohn taugt! Wie gern verfertigte jetzt ein
Schriftsteller, der damals seine Federn gegen den Kongress wetzte, eine Lobrede
auf die vereinigten Provinzen, wenn ihm das ein Jahrgeld eintragen könnte!
    Selten also urteilt die gegenwärtige Generation richtig über die großen
Weltbegebenheiten ihrer Zeit; wenigstens wage sich niemand daran, der nicht oft
den Versuch gemacht hat, mit philosophischem Blick, ohne Systemgeist,
unparteiisch (soviel das möglich ist) über allgemeine Gegenstände der Politik,
über die Vorteile und Nachteile einzelner Staatsverfassungen und, an der Hand
der Geschichte, über die Ursachen des Glanzes und des Sturzes älterer Reiche und
Völker nachzudenken! Es wage sich nicht an diese Arbeit der Mann, dem die
kleineren Lokalumstände fremd sind, der den Geist, die Stimmung, den Grad der
