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    Nur ein Presswerk, ihm das Blut durch die Adern zu sprützen, kein Herz muss
derjenige im Busen tragen, der sich zu einer fortdauernden Gemütsruhe stimmen,
und darin die Erfüllung seiner Wünsche schmecken kann. - Und der sollte
glücklich sein - glücklich vor allen? Es gibt der Feigen genug, die vor jedem
Zufall beben, und doch fast keinen unter ihnen, selbst unter Betagten, der in
eure Freistätten flüchtete; alle wagen immer von neuem ihre Haut, um der Freuden
mehr zu haschen, um die Fülle ihres Lebens zu genießen. So schuf den Menschen
Gott, und es ist doch wohl ein bisschen unsinnig, zu behaupten, er wäre besser,
wenn er wäre, wie Gott ihn nicht haben wollte. - - Glaube mir, holde Liebe, das
beste ist, wir bleiben eines Sinnes mit Natur. Ihr Wesen ist Unschuld, und wenn
wir annehmen, was sie uns nach Zeit und Umständen in die Ohren raunt, werden wir
uns so wohl befinden, als jemand unter dem Monde. Wir brauchen starke Gefühle,
lebhafte Bewegungen, Leidenschaften. Was man gewöhnlich mit einem vernünftigen
klugen Wandel meint, ist eine erkünstelte Sache; und der Seelenzustand, den sie
voraussetzt, ist zuverlässig derjenige, der am wenigsten Wahrheit in sich fasst.
- Nimm, einer wollte ein Haus von so künstlicher Einrichtung bauen, dass, wenn er
sein Licht unter dem Dache aufsteckte, das ganze Haus davon erleuchtet wäre. Es
kann geschehen, wenn er den Tacht ausspreitet und wohl auflockert, dass etwas
Schimmer durch das ganze Gebäude dringe; aber welche arme verwirrende Dämmerung!
lieber gewöhnte ich mich im Dunkeln zu hantieren. Indessen mag's hingehen für
eine Kuriosität: sonst wird doch jeder Verständige allemal lieber sein Licht
dahin tragen, wo er gegenwärtig zu sehen braucht, und es in Gottes Namen finster
sein lassen, wo er nichts zu schaffen hat.
    Ich soll mich um feste Grundsätze bemühen, damit ich zu unwandelbarer Tugend
gelange. Nun klingt es mir geradeso, wenn mir jemand vorschlägt aus Grundsätzen
tugendhaft zu werden, als wenn mir einer vorschlüge, mich aus Grundsätzen zu
verlieben. Ein Verliebter - nicht aus Empfindung, sondern aus Grundsätzen, wäre
freilich wohl sehr treu. Und ebenso würde der Herzhafte, der Grossmütige, der
Wohlwollende, der es nicht aus leidigem Triebe wäre, der der Empfindung dazu
entbehren könnte, nicht nur zu allen Zeiten herzhaft, großmütig, wohlwollend
sein, sondern auch in jedem besonderen Falle so sehr, und so nicht-sehr, als er
müsste. - Mit dem Unsinn! Ich weiß ja das alles; bin ja mehr als einer gehütet
worden irgend zu wissen - was ich wollte; zu empfinden - - was ich empfand;
strenge angewiesen
