 Stimme, »dass den Augenblick der Teufel käme und
euch alle holte: alsdann würdet ihr wohl an ihn glauben.« - Nicht lange nach
dieser Appellation an den Herrn selber, den der Streit betraf, geschah plötzlich
vor der Tür ein entsetzliches Getöse, als wenn ein Stück Mauer einstürzte:
schnell verstummte die Disputation, alle zitterten und bebten und stunden
eingewurzelt da, ohne einen Schritt von der Stelle zu wagen. Dass einer die
Ursache des Schreckens hätte untersuchen sollen, war gar nicht zu erwarten: der
Lärm geschahe zum zweiten Male, und es schlug sogar etwas heftig an die Tür an:
als wenn der Erzfeind mit Schwanz und Klauen leibhaftig schon in der Stube
stünde, purzelten alle vier mit übereilter Hastigkeit in die Kammer hinein und
schlossen sie fest zu. Herrmann, ob er gleich nie eine Akademie besucht hatte,
öffnete die Stubentür und entdeckte bei dem ersten Blicke die Ursache des
Schreckens: der Tür gegenüber ruhte auf zween Balken, ein paar Ellen über den
Fußboden erhaben, ein Holzschrank, in welchem der kleine, übelgetürmte Haufen
eingestürzt und zum Teil an die Stubentür herübergerollt war. Er teilte den vier
verschlossnen Flüchtlingen seine Entdeckung mit und konnte sie mit großer Mühe
bewegen, das Holz selbst in Augenschein zu nehmen: sie kamen dicht
hintereinander heraus, ein jeder hielt des andern Rockzipfel - alle gestunden
das Phänomen zu: aber die Ursache? - Herrmann gab eine sehr natürliche an, dass
das Holz schlecht gelegt gewesen sei; und der Jurist und Philolog pflichteten
ihm insofern bei, weil sie es überhaupt nicht für nötig hielten, sich um die
Ursache eines Dinges zu bekümmern. »An solchen Unfällen ist nichts als die
Ignoranz schuld«, setzte der Philolog hinzu, »hätten die Holzhauer Griechisch
gelernt, so wüssten sie, dass die Figur eines großen Delta (D) die vollkommenste
zum Holzlegen ist.« - So leicht sich diese beiden beruhigten, so schwer konnten
es die übrigen beiden: der Teolog ahndete gewisse ausdrückliche Veranstaltungen
der Vorsicht, um seine rechtgläubige Meinung durch ein Zeichen zu bestätigen,
und der Philosoph, da er mit der Zentralkraft nichts ausrichtete, war nicht
ungeneigt, eine eigne holzbewegende Kraft zu erschaffen. Sie disputierten
unendlich lange und mit vieler Heftigkeit: jeder widerlegte den andern, ohne dass
er ihn seine Meinung völlig vortragen ließ; fast mit jedem Worte kamen sie
weiter vom Ziel ab und taten so starke Märsche durch alle Nebenwege und
Schleifpfade, dass sie in einer Viertelstunde von der holzbewegenden Kraft schon
bei dem Leben nach dem Tode waren. Sie kamen beide (die erste Übereinstimmung
während der ganzen Unterredung!) in den Klagen über die Mühseligkeiten dieses
Jammertals überein, und der Philosoph wusste keine bessere Kur dawider, als sich
durch einen herzhaften Tod den
