 ganz eigen auf das deuten wollen, was ich hier in
der Vorstadt getan habe, so haben Sie Recht. Aber da es ausgemacht ist, dass
niemals zwo Sachen einander vollkommen gleich waren: so können es unsere
Handlungen auch nicht sein; so wenig es unsere Umstände sind. Sie werden also
die Güte Ihres Herzens auf eine andere Art weisen, und das Meiste aus dem
Reichtum Ihrer edlen Gesinnungen und ihres feinen Geistes schöpfen müssen. Und
dabei ist mehr Mühe, aber gewiss auch ein höheres Vergnügen, als wenn der
freigebige, gute Reiche, Geld für die Leidende gibt.« -
    »Vergeben Sie, werte van Guden, wenn ich Ihnen freimütig bekenne, dass es
mich auch leichter dünkt, mich an Ihren Platz zu stellen, als es Sie dünken
würde, wenn Sie den meinigen einnehmen müssten.« -
    »Das ist noch eine Frage; denn Sie wissen die Fabel mit den Bindeln, da ein
jeder glaubte, dass der andern ihre leichter wären.« -
    »Ach! Sie wissen es nicht so, wie ich.« -
    »Das ist wahr; aber Sie haben mir auch noch nichts gesagt.« -
    »Sie waren mir wichtiger, als ich mir selbst.« -
    »O, Rosalia! wünschen wir nicht auch das ganz Neue zu hören anstatt dessen,
was wir schon lange wissen?« -
    »O, Madame Guden, warum strafen Sie mich so oft über die Neugier, welche,
Sie müssen mich es sagen lassen, der außerordentliche Ton Ihres Charakters
notwendig hervorbringen musste.« -
    »Vergeben Sie diese Art Strafe, wenn Sie eine zweite Ursach anstatt der
ersten sagen.« -
    »Ja, aber ich will mich auch rächen; denn ich will Ihnen sagen, was mein
vermutliches Loos sein wird; und sie sollen mir seinen Gebrauch entwerfen.« -
    »Das tue ich sehr ungern; denn just dieser Leichtigkeit, mit welcher ich
ehmals Umrisse von dem zeichnete, was ich an der Stelle dieses oder jenen machen
würde, just dieser hatte ich den Grund der Abneigung zuzuschreiben, die ich mir
zuzog; und ich möchte Ihre Liebe nicht verlieren.« -
    »Das wird auch mit mir nicht geschehen. Erlauben Sie mir, dass ich Sie bei
dieser Gelegenheit nur auf der Seite des Talents ansehe, das Sie haben, schöne
Zeichnungen zu machen; und mir von Ihnen, wie man oft bei dem Vorsatz zu bauen
tut, einen Riss nach Ihrer Einsicht machen lasse, wenn Sie den Raum des Bodens
wissen, den ich dazu verwenden kann.« -
    »Ich will es, Rosalia. Aber Sie müssen mich dann auch die Anmerkungen wissen
lassen, die Kunstverständige darüber machen werden.«
    Dies versprach ich ihr
