 mit Punkten und Klauseln kam, die man so
und anders nehmen konnte; so was mochte er versäufen im Meere, wo es am tiefsten
ist. Auf die Juristen war er übel zu sprechen; die besten, behauptete er,
bemühten sich dem Kinde einen Namen zu geben; der Name ist ein Zaun, ein
Schranken, bis dahin und weiter nicht. Gott hat keinen Namen.
    Das natürlichste, was noch in der Welt ist, sagte Herr v. G., ist der Schlaf
und Wasser. In Rücksicht des Wachens und Essens sind so viele Verstümmlungen
vorgefallen, dass die eigentliche Natur zu finden ein Rätsel ist. Der Schlaf, in
so weit die Träume von des Tages Last und Hitze abhängen, ist auch schon
verfälscht, wenn man's genau nimmt. Wasser also ist allein aus dem Paradiese
übrig geblieben; Wasser ist das einzige unter allem Flüssigen was reinigt,
setzte er hinzu.
    Die vier Elemente, Feuer, Luft, Wasser, Erde, nannte er die vier
Temperamente der Natur; - die fünf Sinne die Poststrassen zur Seele; ein
Liebhaber der fünften Zahl hat darum fünf angenommen, mag sein nach Anzahl der
fünf Finger.
    Unsere Sinne sind nicht gleichen Ursprungs, einige haben ihre Privilegia
erschlichen. Geruch und Geschmack sind gekaufte Titel; kein Kind hat Geruch und
Geschmack. - Freilich lernt es auch sehen, allein diese Lehre bekommt es aus der
ersten Hand; durch wie viel Hände erhalten wir dagegen Geruch und Geschmack! -
Kann es je heißen: Gott hat die Menschen aufrichtig gemacht, aber sie suchen
viele Künste; so hier.
    Das Herz war das Gesetz unseres teuren v. G., und wahrlich ein trefflicher
Gesetzgeber, wenn es wie das v. G-sche ist!
    Empfindsamkeit, pflegte er zu sagen, schützt vor Zügellosigkeit; allein was
ist besser, zügellos oder weibisch?
    Er glaubte, dass es Hand-, Mund- und Herzensworte gebe. Die Augen sind
Filiale, pflegte er zu sagen, vom Herzen; die Füße von den Händen; der Mund hat
keinen so nahen Bundesgenossen.
    Sobald über Natur die Rede ging, war er unüberwindlich; in der Kunst war er
gern Schüler! Selbst im Wortwechsel überrumpelte er keinen. Seinen Grundsätzen
war er treu wie Gold; er war kein Prävaricator, kein zweier Herren Diener.
    Die Hauptsache, worüber mein Vater und der Herr v. G. uneins geworden, waren
freilich die drei Artikel des christlichen Glaubens; indessen stand der
monarchische Staat hiemit in Verbindung, ohne an manche geheime Ursache zu
denken, die nie ausbleibt. Herr v. G. glaubte, die christliche Religion und die
monarchische Regierungsform arbeiteten sich in die Hand, und mochte ihn wohl der
Umstand,
