 und ewig unmöglich bleiben werde, solche
Anmerkungen oder Reflexionen (wie er sie zu nennen geruhte) zu machen wie
Schach-Baham.
    Wir haben uns alle Mühe gegeben die Ursache zu entdecken, warum die
Schriftsteller, denen wir das Leben und die Taten dieser beiden Sultanen zu
danken haben, von Schach-Riars Sohne, dem Vater Schach-Bahams, mit keinem Wort
Erwähnung tun: aber wir sind nicht so glücklich gewesen einen andern Grund davon
ausfündig zu machen, als - weil sich in der Tat nichts von ihm sagen ließ. Der
einzige Chronikschreiber, der seiner gedenkt, lässt sich also vernehmen: »Sultan
Lolo«, sagt er, »vegetierte einundsechzig Jahre. Er aß täglich viermal mit
bewundernswürdigem Appetit, und außer diesem, und einer sehr zärtlichen Liebe zu
seinen Katzen, hat man niemals einige besondere Neigung zu etwas an ihm
wahrnehmen können. Die Derwischen und die Katzen sind die einzigen Geschöpfe in
der Welt, welche Ursache haben, sein Andenken zu segnen. Denn er ließ, ohne
jemals recht zu wissen warum, zwölfhundertundsechsunddreissig neue
Derwischereien, jede zu sechzig Mann, in seinen Staaten erbauen; machte in allen
größeren Städten des indostanischen Reiches Stiftungen, worin eine gewisse Anzahl
Katzen verpflegt werden musste; und sorgte für diese und jene so gut, dass man in
ganz Asien keine fettern Derwischen und Katzen sieht, als die von seiner
Stiftung.2 Er zeugte übrigens zwischen Wachen und Schlaf einen Sohn, der ihm
unter dem Namen Schach-Baham in der Regierung folgte, und starb an einer
Unverdaulichkeit.« So weit dieser Chronikschreiber, der einzige, der von Sultan
Lolo Meldung tut; und, in der Tat, wir besorgen, was er von ihm sagt, ist noch
schlimmer als gar nichts.
    Sein Sohn Schach-Baham hatte das Glück bis in sein vierzehntes Jahr von
einer Amme erzogen zu werden, deren Mutter eben dieses ehrenvolle Amt bei der
unnachahmlichen Scheherezade verwaltet hatte. Alle Umstände mussten sich
vereinigen, diesen Prinzen zum unmässigsten Liebhaber von Märchen, den man je
gekannt hat, zu machen. Nicht genug, dass ihm der Geschmack daran mit der ersten
Nahrung eingeflößt, und der Grund seiner Erziehung mit den weltberühmten Märchen
seiner Großmutter gelegt wurde: das Schicksal sorgte auch dafür, ihm einen
Hofmeister zu geben, der sich in den Kopf gesetzt hatte, dass die ganze Weisheit
der Ägypter, Chaldäer und Griechen in Märchen eingewickelt liege.
    Es herrschte damals die löbliche Gewohnheit in Indien, sich einzubilden, der
Sohn eines Sultans, Rajas, Omras, oder irgend eines andern ehrlichen Mannes von
Ansehen und Vermögen, könne von niemand als von einem Fakir erzogen werden. Wo
man einen jungen Menschen von Geburt erblickte, durfte man sicher darauf
rechnen, dass ihm ein
