 Kopf
zerquetsche. Ha, siehst du, wie schön die gewöhnlichen Lordseigenschaften in mir
erwacht sind; erst durch alle seine Ranke ein artiges Mädchen an mich gezogen
und sie denen entrissen, durch welche sie glücklich geworden wäre; unsinnige
Verschwendungen gemacht, und wenn man alles dessen satt ist, den Ton eines
Patrioten bei Wetterennen und Wahlen angenommen und der Zeit überlassen, was
nach diesen verschiedenen Aufgärungen in dem Fass Nützliches übrig bleiben mag. -
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Hier, meine Freundin, muss ich selbst wieder das Wort nehmen und Ihnen von dem,
was auf die unglückliche Veränderung in dem Schicksal meiner geliebten Dame
gefolget ist, eine zusammenhangende Geschichte zu liefern.
    Das Haus meiner Schwester war jetzt der einzige Ort, wohin wir in diesen
Umständen Zuflucht nehmen konnten. Man durfte ihr weder von Rache, noch von
Behauptung ihrer Rechte sprechen; und der Gedanke, auf ihre Güter zu gehen, war
in diesen Umständen auch nicht zu fassen. Ihr Kummer war so groß, dass sie
hoffte, er würde sie töten; ich glaube auch, dass es geschehen wäre, wenn wir uns
langer in dem Hause aufgehalten hätten, wo die unglückliche Heurat vollzogen
worden war. Da ich bei den Zurüstungen auf unsre Abreise ein paarmal die Türe
des Wohnzimmers von Lord Derby öffnete und sie einen Blick hinwarf, glaubte ich,
ihr Schmerz würde sie auf der Stelle ersticken. Sie blieb mit dem äußersten
Jammer beladen in meinem Zimmer, während dass ich einpacken musste. Aber alle
Geschenke von Lord Derby, welche sehr schön und in großer Menge da waren, musste
ich der Wirtin übergeben. Wir nahmen nichts als das wenige zusammen, so wir von
unsrer Flucht aus D. mitgebracht hatten. Die Wirtin, welche auf einen Monat
vorausbezahlt war, wollte uns noch behalten; aber wir reisten den zweiten Tag,
von ihrem Segen für uns und Flüchen über den gottlosen Lord begleitet, morgens
um vier Uhr ab.
    Still und blass wie der Tod, die Augen zur Erde geschlagen, saß meine liebe
Dame bei mir; kein Wort, keine Träne erleichterte ihr beklemmtes Herz; zween
Tage reisten wir durch herrliche Landschaften, ohne dass sie auf etwas achtete;
nur manchmal umfasste sie mich mit einer heftigen gichterischen Bewegung und
legte ihren Kopf einige Augenblicke auf meine Brust. Ich wurde immer ängstiger
und weinte mit lauter Stimme; darüber sah sie mich rührend an und sagte mit
ihrem himmlischen Ton, indem sie mich an sich drückte:
    »O meine Rosina, dein Kummer zeigt mir erst den ganzen Umfang meines Elends.
Sonst lächeltest du, wenn du mich sahst, und nun betrübt mein Anblick dein Herz!
O, lass mich nicht denken, dass ich auch dich unglücklich gemacht habe! sei ruhig,
du siehst ja mich ganz
