 und belachenswert, und
diejenigen, deren Gegenstände ihm zwar ehrwürdig bleiben mussten, doch
subjectivisch betrachtet, in der barokischen Gestalt, wie sie in der Einbildung
der Sterblichen verkleinert, verzerrt, vermischt oder verkleidet werden, zu
nichts anderm zu taugen schienen, als lustig damit zu machen.
    Unsere nachdenkenden Leser werden nunmehr ganz deutlich begreifen, warum wir
Bedenken getragen haben, dem Urheber der Griechischen Handschrift in seinem
allzugünstigen Urteil von dem gegenwärtigen moralischen Zustande unsers Helden,
Beifall zu geben. Wir können uns nicht verbergen, dass dieser Zustand für seine
Tugend gefährlich ist, und desto gefährlicher, je mehr man in demselben durch
eine gewisse Behaglichkeit, Munterkeit des Geistes, und andre Anscheinungen
einer völligen Gesundheit, sicher gemacht zu werden pflegt, sich in seinem
natürlichen Zustande zu glauben. Nicht als ob es uns eben so leid sei, unsern
Helden (den wir mit allen seinen Fehlern eben so sehr lieben, als ob er ein Sir
Karl Grandison wäre) auf dem Wege zu sehen, von allen Arten der Schwärmerei von
Grund aus geheilt zu werden - - Denn so viel schönes und gutes sich immer zu
ihrem Vorteil sagen lassen mag, so bleibt doch gewiss, dass es besser ist gesund
sein, und keine Entzückungen haben, als die Harmonie der Sphären hören, und an
einem hitzigen Fieber liegen - aber wir besorgen billig, dass die allzustarke
Nachlassung, welche in der Seele eben sowohl als im Leibe, auf eine übermäßige
Spannung zu folgen pflegt, seinem Herzen wenigstens so nachteilig werden könnte,
als es die liebenswürdige Schwärmerei, womit wir ihn behaftet gesehen haben,
seiner Vernunft sein mochte. Der neue Schwung, den seine Denkungsart zu Syracus
bekam, würde uns ziemlich gleichgültig sein, wenn die Veränderung sich bloß auf
speculative Begriffe oder den Ton und die Verteilung des Lichts und Schattens in
seiner Seele erstreckte: Aber wenn er dadurch weniger rechtschaffen, weniger ein
Liebhaber der Wahrheit, weniger empfindlich für das Beste des menschlichen
Geschlechts, weniger edelgesinnt, und wohltätig, weniger zur vorzüglichen
Teilnehmung an der Glückseligkeit irgend einer besonderen Gesellschaft (ohne
welche die anmassliche Welt-Bürgerschaft gewisser Leute bloße Grosssprecherei oder
höchstens eine Art von Don-Quischotterie ist) und zur Freundschaft, diesem
Lieblings- Phantom schöner Seelen, weniger aufgelegt würde - - erlaubet mir, ihr
strengen Anti-Platonisten, denen alles Schimäre heißt, was sich nicht
geometrisch beweisen lässt, erlaubet mir noch weiter zu gehen - - wenn dieser
schöne, herzerhöhende, wohltätige, und der Tugend so vorteilhafte Gedanke - -
für eine größere Sphäre als dieses animalische Leben, für eine edlere Art von
Existenz, für vollkommnere Gegenstände, und zu einer vollkommnern Art von
Activität, als unsre dermalige bestimmt zu sein - - und die begeisternden,
wiewohl träumerischen Aussichten,
