 des Duells
zwischen Herrn Karl Grandison Baronet an einem, und S.T. Herrn Major Ohara und
dem Herrn Hauptmann Salmonet am andern Teile. Ob man gleich genugsam überzeugt
ist, dass jedem vernünftigen Leser sogleich bei Erblickung dieser Relation,
welche im 3ten Teile der Grandisonischen Geschichte und daselbst im XIII.
Briefe aufgezeichnet zu ersehen ist, die handgreiflichsten
Unwahrscheinlichkeiten, damit am besagten Orte einige Blätter angefüllet sind,
notwendig in die Augen leuchten müssen, und man also die ganze Sache dem
vernünftigen Urteile des billigen Lesers hätte überlassen können: so hat man
doch um der schwachen Brüder willen, die des judicii discretionis sich nicht
sonderlich rühmen können, und aus Liebe zur Wahrheit, einige Umstände dieser
Erzählung in etwas beleuchten wollen, um solche von den vorsetzlichen
Erdichtungen des Verfassers zu säubern, und Licht und Finsternis, das ist,
Wahrheit und Lügen in diesem Chaos von einander abzusondern. Es ist demnach
    1.) Überhaupt eine strafbare Verwegenheit, wenn dieser ganze Brief, so wie
er in bemeldter Geschichte dem Publico vor Augen liegt, dem Herrn Karl Grandison
angedichtet wird. Wahr ist es, dass Sir Karl den ganzen Verlauf des Rencontres
mit dem Herrn Major Ohara und dem damaligen Titularhauptmann, jetzigen
wirklichen Rittmeister in Königl. Grossbrittannischen Diensten, Herrn von
Salmonet, an Se. Hochwürden, Herrn D. Bartlett, aufrichtig und mit der Wahrheit
übereinstimmend berichtet hat. Es ist dieser Brief aber von dem Herrn
Herausgeber entweder ganz und gar unterschlagen, oder durch viele erdichtete
Zusätze so verunstaltet worden, dass ihn Sir Karl gar nicht mehr für den seinigen
erkennt, wie er dieses selbst gegen viele glaubwürdige Personen, die allenfalls
alle mit Namen angeführet werden könnten, gestanden hat. So ist auch
    2.) Grundfalsch, wenn der Verfasser dieses untergeschobenen Briefes Sir
Karln mutmaßen lässt, die beiden Herren wären gemeine Kerls und keine Offiziers,
die von der Frau Jervois nur wären herausgeputzet worden, da doch mehr belobter
Herr Hauptmann Salmonet jetzo in Deutschland unter den englischen Truppen mit
vielem Ruhme ein Geschwader Reuter commandiret, und sich vorgenommen hat, die
Feinde seines Königes und des Vaterlandes zu überwinden, oder zu sterben. Es
konnte auch Sir Karln ganz und gar nicht einfallen, an dem guten Herkommen
dieser beiden Herren zu zweifeln, da der Herr Major gleich nach den ersten
steifen Komplimenten, die beide Teile einander machten, sein Geschlechtregister
nebst allen Documenten seines guten irrländischen Adels, welches zusammen im
Druck einen ziemlichen Quartanten ausmachen dürfte, dem Baronet in einer
Schnupftobacksdose darreichte, von welcher doch der Verfasser ein ganz andres
Mährgen erzählt. Man hat nicht Ursache über dieses compendiöse Behältnis eines
so weitläuftigen Werkes in Verwunderung zu geraten, da man ja ungezweifelt
weiß, dass in dem Altertume eine Abschrift der ganzen Ilias des Homers, auf
