 wollte sie auf den brünstigen
Hirsch des feurigen mäñlichen Saamens mit höchster Begierde zufliegen. Welches
gleichfals anzeigt, wie begierig die weibliche allgemeine Saamens-Quelle des
Mondes nach der feurigen allgemeinen Saamens Quelle der Sonne sich bezeigt, also
dass der Mond alle diese solarische, feurige Influentien attrahiret, in ihre
Natur verwandelt, und nach und nach selbst ganz feurig wird, und geschickt ist,
eine neue Kreatur hervor zu bringen, nämlich den allgemeinen chaotischen Saamen
im Wasser, Nitrum und Sal, gleichwie nun der männliche Saame eine corrumpirende
Krafft hat, indem er alles verbrennt und austrocknet; also hat auch der
weibliche Saame eine corrumpirende Krafft, indem er durch ihre überflüssige
Aquosität alles faulend macht. Diese corrumpirende Krafft wird an dem Bilde im
Tempel angezeigt dadurch, dass dieser Götze ein Kind verschlingt. Was ich nun
esse, das verwandele ich in meine Natur. Wenn nun eine Sache mit allzu vielen
wässerigen Principiis imprægniret wird, so faults und wird zu lauter Wasser. Man
probire es mit einem eingesaltzenen Fleische, stelle das Fleisch also, dass das
Saltz-Wasser davon ablauffen, und die Luft dazu kommen kann. Man werffe Saltz
darauf, so viel man will, weil es ein wässeriges Saltz ist, so muss es doch
verfaulen. Weil nun dieser weibliche mit dem männlichen imprægnirte Saame
gleichwohl immer nach mehreren dergleichen hungert; so werden dadurch die
Lebens-Geister im Saamen zu einer Activität und Leben aufgewecket, fangen an zu
wachsen und aufzuschwellen, dass sich endlich zuletzt der Saame zu einer dicken,
ölichten, incluosen Saamens-Gur zeitiget. Und das ist materia prima remota,
woraus alle Kreaturen durch beständige lmbibition einer neuen Saamens-Gur
endlich zur Vollkommenheit komen. Welches auch ein Haupt-Pünctgen in der hermeti
schen Philosophie ist. Gewiss diese Heiden in Klein-Felsenburg müssen große
erfahrne Philosophi gewesen sein. Diese durch vielfältige Imbibition causirte
wachsende Krafft wird an dem Bilde vorgestellt unter dem Nabel mit 6. Zitzen,
dadurch die Natur ihre Kinder gleichsam als an vielen Brüsten reichlich säuget,
und damit ihren Wachstum befördert. Dieser weibliche Saame wird aber nun also
mit dem männlichen vereiniget: Es ist nämlich bekannt, dass diese beiden Saamen
gegen einander sehr hungrig sind. Dannenhero zieht immer eines das andere
begierig an sich. Wenn demnach Tau, Nebel, Dampf und Dunst in der unteren warmen
und schon dickern Region der Luft noch mehr fermentiret wird, so verdickt er
sich endlich, und fället in Regen, check, Schnee u.s.w. herab, teils in die
große Welt-See, als die große Vorrats-Kammer alles Wassers, teils auf die
Erde, dadurch alles wächst und fruchtbar wird, auch unzehlige Vegetabilien
kommen, die Animalia hergegen auch ihre Nahrung davon nehmen.
