 den Tod des Mannes, die Veränderung der Kinder
gegen ihn, ihre Bitterkeit, Selbstvorwürfe Andreas', »darf ich sagen: ich stehe
bei jemand?« - die Bilder in den Kirchen ihm unleidlich, sie demütigen ihn durch
die Mannhaftigkeit der dargestellten Figuren. Ihn ekelt über seine Fähigkeit,
sich in alle, sogar den Spion Zorzi, dann einen alten buckligen Zubringer etc.
mit Verständnis hineinzufühlen. Er will dem Malteser das Geständnis dieser
Selbstverachtung machen, unterlässt es wieder; der Malteser durchblickt seinen
Zustand, erkennt an einer veränderten, wegwerfenden Art zu reden, dass er mit
sich zerfallen sei.
    Der Malteser gibt ihm den Ariost zu lesen, um der wunderbaren »Welt«, welche
darin ist. Er liest ihn nicht in rokokomässigem Sinn. Er versteht die Bemerkung
des Maltesers, dass es nichts Vergangenes gäbe; alles, was existiert, ist
gegenwärtig, ja wird im Augenblick geboren (Gefühl beim Anhören Bachscher Musik)
    (Für Andreas:) Im Einzelsten vollzieht sich das Geschick, im Einzelsten
sitzt die Macht. Nichts was magisch wirken soll, ist irgend vag, allgemein,
sondern Besonderstes, Augenblicklichstes. Liebe, - entzündet durch einen
drolligen Zwischengedanken, eine Ungeschicklichkeit, eine Zögerung, wie durch
eine Gebärde des Mutes, der Freiheit. Das gewöhnliche »Ich« eine unbedeutende
Aufrichtung, eine Vogelscheuche.
    Andreas und die beiden Frauen: »das Wesen der Welt erschöpft sich in
Polarität und Steigerung« (Goethe achtzigjährig) - einerseits von jeder von
beiden sich von Mal zu Mal mehr verlangend, - wohin? (der Takt im Wesen des
Maltesers verkörpert) - andererseits: Ahnung der Polarität, in jeder liebt er
die andere aufs zarteste und reinste, wird dadurch gewiesen, in der Welt nichts
Unbedingtes zu suchen.
    Andreas' Angst, in Maria oder Mariquita das andere Wesen wahrzunehmen,
darüber das Einzige des geliebten Wesens zu verlieren. Er ist nahe daran,
Mariquita töten zu wollen, um Maria für sich zu retten. (die Versuchungen, denen
seine Schwäche hier ausgesetzt ist, - »lerne zu leben!«)
    Andreas' bescheidener Wunsch, mit Mariquita ehelich verbunden zu sein,
allmähliches Hervorkommen der Unmöglichkeit dessen; Brief an die Eltern im Kopf
gewälzt, diesen Plan anzukündigen.
Maria und Mariquita. - Novalis, »alles Übel und Böse ist isoliert und
isolierend, es ist das Prinzip der Trennung« - durch Verbindung wird die
Trennung aufgehoben und nicht aufgehoben, aber das Böse (Übel) als scheinbare
Trennung und Verbindung wird in der Tat durch wahrhafte Trennung und
Vereinigung, die nur wechselseitig bestehen, aufgehoben.
Maria Mariquita
wünscht sich, eine hat Furcht vor dem
Greisin zu sein, Altwerden,
stellt sich gern Furcht vor dem Tod,
als gestorben
