 ihm sympathisch, der unbedingt
symbolische, also die Welt überspringende Wortgebrauch. Denn in der Seele, sagt
er, ist alles: alles Beschwörende, auch alles zu Beschwörende. »Jedes Wort ist
eine Beschwörung: ein welcher Geist ruft, ein solcher erscheint.« (Novalis)
    So ist ihm das Eigentliche der Poesie fassbar: das Magische der
Zusammenstellungen. Goldoni (= die Welt Zustinas, das völlig Unmetaphysische)
ist ihm furchtbar, Molière bedeutet ihm nicht viel, der Mimus ist ihm
gleichgültig, auf die incantatio kommt es ihm an. Die wahre Poesie ist das
arcanum, das uns mit dem Leben vereinigt, uns vom Leben absondert. Das Sondern -
durch Sondern erst leben wir -, sondern wir, so ist auch der Tod noch
erträglich, nur das Gemischte ist grausig (eine schöne reine Todesstunde wie die
Stillings) - aber wie das Sondern ist auch das Vereinigen unerlässlich, -: die
aurea catena Homeri. - » separabis terram ab igne, subtile a spisso, suaviter
magno cum ingenio« (Tabula smaragdina Hermetis)
    Sacramozo kennt die Gewalt des Schöpferischen. »Wir wissen nur insoweit wir
machen. Wir kennen die Schöpfung nur, inwiefern wir selbst Gott sind, wir kennen
sie nicht, insofern wir selbst Welt sind« (Novalis). Sacramozo weiß: die Dinge
sind nichts anderes, als wozu die Macht einer menschlichen Seele sie immerfort
macht. Die unaufhörliche Creation. Die Beziehungen zwischen zwei Wesen als von
ihnen geborene Sylphe (Rosencreuzer)
    Er sucht das Leben dort, wo es zu finden ist: im Zartesten, in den Falten
der Dinge.
    Der Abgrund in einem Menschen wie Sacramozo: die Verzweiflung des
Beschauenden, der sich fragen muss: »bin ich überhaupt, wenn ich hinweg muss, -
werde ich gewesen sein? hab ich Hass-Liebe gekannt?? - oder war alles nichts.«
    Was will ein Mensch wie Sacramozo? ... ein rasender Zorn der Impotenz, -
»Dero Hochunvermögen«.
    Er lässt es geschehen, dass die Sylphe, geboren aus Andreas und der Gräfin,
als die mächtigere, die schwächere tötet, deren Vater er ist.
    Sacramozo über die mystischen Glieder des Menschen, an die nur zu denken,
die schweigend zu bewegen, schon Wollust ist (Traum der Maria).
    Über die Mächte: der welcher zu beten vermag. »Vermöchte die Gräfin zu
beten, wäre sie geheilt.« Sacramozos mystische Liebe zum Kind, als welches
Mensch, nicht Mann noch Frau, sondern beides in einem.
    Andreas hat vom Malteser zu lernen: das Erkennen des Wesenhaften, die
Überwindung des Gemeinen (- alles Österreichische gemein: die Masse der
Kämmerer, Häufung in allem. In Wien kommt es jedem
