 die Welt schöner; Mariquita macht
ihn finster, sich anspannend, wild, - nachher verdrossen, ermüdet.
    Es erscheint undenkbar, die Hand von Maria in einer wollüstigen Bewegung zu
sehen, zu fühlen. Der Fuß von Mariquita erwidert den Druck wie eine Hand,
umrankt, presst wie eine weiche blindere, noch wollüstigere Hand.
    Andreas: sein Gefühl für Maria wachsend, so dass ihm schwindlig wird bei dem
Gedanken an eine Intimität (- nur die Hand auf ihrem Knie zu haben), ja bei dem
bloßen intensiven Denken daran, dass sie eine Frau ist: er wird eifersüchtig auf
Sacramozo. Indem er dringend wird, ermöglicht er die Erscheinung von Mariquita.
    Andreas und der Begriff »elegant«: die eleganten Menschen sind ihm was dem
Michelangelo der Savonarola oder ein in sich verschlossener junger Edelmann war.
Die Liebe der eleganten Dame: das ist ihm zunächst sein Ziel; er glaubt darin
umgewandelt zu werden, wie sein Großvater durch die Gunst der Erzherzogin. Er
sagt sich, »wenn ich ihr Liebhaber wäre ...« - aber er kann sich noch nicht
recht hineindenken, es ist ihm, als ob er dann ein anderer wäre (einen
Augenblick glaubt er, der Chevalier hielte ihn für den Liebhaber) ... allmählich
ahnt ihm, dass Maria für ihn in der Sphäre des Unberührbaren steht, und es ahnt
ihm, dass hier sein Schicksal liegt, dass er gleichsam hier vor etwas steht, von
dessen Spitze er immer etwas abbrechen muss. Er ahnt, dass Marias Liebe sich auf
etwas beziehen muss, was ihm selbst in sich unerreichbar, seiner Eitelkeit wie
seiner Unruhe wie seinem Bewusstsein ganz entrückt ist.
    Andreas ist Maria gegenüber von der äußersten Schüchternheit, so vollkommen
ist ihre Gesprächsführung. Bei dem bloßen Gedanken sie etwas Intimes zu fragen
(z.B. ob sie von der Existenz der illegitimen Schwester etwas wisse) ist ihm so
wie bei dem Gedanken, dass es möglich sei, die Heimlichkeit ihres Leibes zu
berühren, - der Kopf dreht sich ihm. Bei Maria ist die Seele wie ein Schleier
über dem Leib.
    Seine Beziehung zu Maria ist schließlich die, dass er auf die
»gegenstandslose« Freundschaft Sacramozos qualvoll eifersüchtig ist.
    Sein Staunen, dass es Menschen dieser Art gibt: alles ist weicher und härter,
alles hässlicher und gewissenhafter, alles im Großen gefasster, im Einzelnen
feinfühliger. - Ihm ist, als müssten ihm neue Sinne entstehen, um dies zu
begreifen. Dass unseren Sinnen etwas Zufälliges anhaftet, ahnt ihm. - Ihm wird
bewusst, wie er sich nur durchtreibt: wie ein Schwein in einem hochgehenden
Wasser.
    Er fühlt, wie der Malteser ihn trägt und hebt, jedes Wort von ihm releviert,
er kommt
