 Charles-Hund, namens Fidèle, ein
misstrauisches und hochmütiges Tier, der im Hause von Maria immer versteckt ist
bis auf einmal, hängen Maria und Mariquita zusammen (es ist wiederum das
Grundproblem von »Gestern«: Treue, Beharren und Wechsel) - Dunkel ahnt Maria das
Chaotische in sich, das was sie mit Mariquita gemein hat. So haben sie das
Hündchen gemein.
    ad Maria und Mariquita: die Ansicht des Franziskanerpaters über den Fall;
die Ansichten des Medicus materialistisch (La Mettrie, Kondillac); die Anekdote
von dem Mann, der durch einen Unfall zerstört, durch den anderen
wiederhergestellt wurde, - »was folgern Sie daraus?« fragte der Malteser.
    Maria immer in Halbhandschuhen, immer kalte Hände; Mariquitas Hände immer
wie von flüssigem Feuer durchströmt.
    Hemmungslosigkeit das Wesen von Mariquita, Hemmung das Wesen der Gräfin. Die
Gräfin spricht von den hundertpfundschweren Ketten, mit denen der Himmel die
Seinigen prüfe. Man ist für mehr als sich selbst verantwortlich. - Das
Beschwerte in den Liebesbriefen der Gräfin.
    Bei Maria lernt Andreas die Freiheit des Wesens preisen, bei Mariquita
graust ihm vor der absoluten Freiheit. Bei Mariquita muss er sich nach dem
universalen Bindemittel sehnen, bei Maria nach dem Lösungsmittel: so muss ihm
seine eigene Natur offenbart werden.
    Maria ist fabelhaft gut angezogen, Mariquita liebt Schmutz und Unordnung.
    Maria verträgt Blumenduft sehr schlecht; eines Tages findet Andreas sie halb
ohnmächtig und umgeben von stark riechenden Blumen, diese Blumen hat Mariquita
morgens auf dem Gemüsemarkt gekauft und durch einen Furlaner an Maria geschickt.
    Maria ist Christin mit mystischen molinistischen penchants; Sacramozo ist
indifferent (Galiani); Mariquita ist Heidin, sie glaubt an den Moment, an sonst
nichts.
    Mariquitas Ansichten über Maria (gelegentlich brieflich oder in Monologen):
sie hasst sie, sieht alles Unvollkommene an ihr, findet sie feig (so wie
Michelangelo sich feig findet im Gegensatz zu Savonarola), und doch ist sie ihr
eigenster, der einzige interessante Gegenstand. Sie beneidet sie um ihre
Distinktion, ohne sich recht klar zu werden, was diese Distinktion ist, was das
ist, das jeder von Marias Handlungen einen königlichen unrealen Wert gibt
(gleich dem Horn auf der Stirn des Einhorns, wie ein Turm im Mond), ja sie
versucht, Maria selbst diesen ihren Vorrang verdächtig zu machen, sie in das
Gemeine unterzutauchen (wodurch sie freilich selbst am unglücklichsten werden
würde), - sie schreibt ihr: »deine gestrige Träumerei, dass es das Gemeine nicht
gibt, dass dies alles völlig überwunden werden kann, dass man in einem ewigen élan
leben kann, ohne jenes Danebenhocken in der Ecke, - das ist eine Vorspiegelung
deiner bodenlosen Eitelkeit, deiner stupiden Unfähigkeit, das Wirkliche zu
erkennen
