 reich an verborgenen Kräften. - Sie
schließen das Außerordentliche aus, - Sie haben Unrecht. Sie reden von Glück:
wie vermöchten Sie es zu genießen, - fragen Sie sich noch mehr: wer ist es, ders
genießt.« Sacramozo lehrt ihn an Ariost die Funktion der Poesie erkennen: die
Poesie hat es ganz und gar nicht mit der Natur zu tun. Die Durchdringung der
Natur (des Lebens) beim Dichter ist Voraussetzung.
    Gelegentlich Ariost: das Unmögliche ist das eigentliche Gebiet der Poesie
(der Jüngling, dessen Leib sich durch den Harnisch durchbewegte).
    Poesie als Gegenwart. Das mystische Element der Poesie: die Überwindung der
Zeit. -
    Das Hohe erkennt man an den Übergängen. Alles Leben ist ein Übergang. -
    Man muss alles nach Vorbildern tun; das ist das Große am Christentum. -
Ungeistige Christen betrügen Gott: Schmutz hinterm Altar. -
    Sein Element kennen: man lebt wirklich nur unterm Auge des uns Liebenden.
Sacramozo: »Aufmerksamkeit ist soviel wie Liebe. - Ich bitte Sie, dass Sie meine
Seele mit Aufmerksamkeit behandeln. Wer ist aufmerksam? der Diplomat, der
Beamte, der Arzt, der Priester ...? - keiner genug. Jenes Wort ich habe nichts
vernachlässigt - wer darf es von sich mit gutem Gewissen sagen.«
    Woran man wirklich teilzunehmen vermag, dem ist man schon zur Hälfte
vereinigt. Sacramozo über Teilnahme von Negern an Freude ihres Herrn: er hat
gefunden was er suchte, - er hat einen Brief erhalten.
    Sacramozo erklärt den Abscheu der Seele vor dem vor kurzem Gelebten.
    Inwiefern einem Menschen wie Sacramozo nichts mehr Furcht macht, doch alle
Schrecken nahe sind, durch das Leiseste heraufberufbar; was Angst, Schreck,
Ängstlichkeit bedeuten.
    Inwiefern für Sacramozo jede Materie die Materie zu Göttlichem. - Andreas
grübelt: »warum gerade mit mir?« - darüber muss Andreas hinweg, - Sacramozo:
»überall ist Alles, aber nur im Augenblick.«
    Inwiefern jemanden um Verzeihung bitten zu können, eine erreichte hohe Stufe
bedeutet.
    Wozu ein Mann wie Sacramozo von nun ab unfähig ist, darin liegt seine
Herrlichkeit.
    Sacramozo beanstandet Wort und Begriff »in die Tiefe dringen«, - man sollte
es ersetzen durch »gewahr werden« - »sich erinnern«.
    Der Geist ist einerlei. Im Geistigen gibt es keine Stufen, nur Grade der
Durchdringung. Der Geist ist ein Tun, vollkommen oder minder vollkommen. Sie
halten die Welt an einem Teil auf, zu denken. Die Menschen sind die Leiden und
Taten des Geistes.
    Durch Sacramozo erkennt Andreas: er liebe Romana Finazzer.
    Sacramozo glaubt an die Zweizahl. So erzählt er die zwei ausschlaggebenden
Erlebnisse seines Lebens; »man muss eine sehr geniale Natur
