
Murano zu fahren; man hört die beste Musik. Ihr Gesandter ist auch oft dort.«
    Indes bringt der Einarmige einen Brief für Andreas. »Von wem?« - »der Herr
weiß es.« - Staunen des Maltesers wegen Koincidenz. Er bittet den Malteser,
mitzugehen. Malteser lehnts ab. Ist ägriert, nimmt an, Andreas habe sich lustig
gemacht: »Sie empfangen den Sendboten, von dem ich Ihnen spreche.«
Erster Anblick des Maltesers: ein geahnter harmonischer Kontrast zwischen
Erscheinung und Geist. Etwas Witziges um ihn, eben dieser Kontrast.
    Im Anfang ist Andreas' Haupteinwand gegen den Chevalier: die Zufälligkeit
der Bekanntschaft, »der kann doch nichts Rechtes sein, dass er gerade Zeit hätte,
sich mit mir abzugeben. «
    Die Stunden mit Sacramozo waren das Leuchtende in seinen Tagen. Wie war er
erstaunt, als dieser ihn angeredet hatte. Es ärgerte ihn dann, dass der Chevalier
dadurch verblasste.
    Wie der Chevalier für ihn immer schöner wird aus einem hässlichen und er
allmählich ahnt, dass das Wesen dieses Menschen ganz Liebe, oder ganz Form ist.
Das Doppelte seiner Natur: wenn er von mystischen Gegenständen spricht - wozu
für ihn im richtigen Zusammenhang alles auf der Welt, auch die gewöhnlichsten
Bezüge und Verrichtungen gehören können -, ist er offen, der Vereinigung
zugänglich, nur menschlich, von sich mitteilend, durch Enthusiasmus zugänglich.
    Wenn er sich in gewöhnlichen Verhältnissen findet, ist er durch Höflichkeit
völlig abgesondert; undenkbar, dass er zu berühren, zu beeinflussen, zu erreichen
wäre. Es ist unmöglich, wenn er in diesem Zustande ist, ihn an den andern
erinnern zu wollen. Er übt hier eine ebenso starke coercitive Kraft aus, wie
andererseits eine inducierende. Manchmal erscheint er Andreas in der weltlichen
verschlossenen Verfassung noch merkwürdiger; der Begriff »Kraft der
Verzweiflung« auf ihn in dieser Situation anzuwenden.
    Begegnungen mit dem Malteser. Dieser allein concentriert ihn; zugleich
verwirrt er ihn: durch sein Zuhausesein in dieser Welt, durch seine Diskretion,
alles als selbstverständlich Nehmen. - Andreas' Angst in unvollkommenen
Momenten: an Sacramozo sei alles nur Fassade.
    Malteser lädt ihn nicht zu sich; scheint als selbstverständlich anzunehmen,
dass er Bekannte hat, dass er weiß, wo die Bilder zu sehen sind usw.
    Sein Wesen: die Geheimnisse; deutet sie durch minus dicere nicht durch plus
dicere an. Sein Wesen ein Wissen um das Geheimnis der menschlichen Organisation.
Gespräche mit Sacramozo:
    Andreas steckt voller Vorurteile; die schlimmsten gegen sich selber; die
Geldvorurteile, die Vorurteile inbezug auf die Welt, - auf sich selbst: meint
sein Glück verscherzt zu haben, alles wird schlechter, alles ist schon
vorgegessen Brot. - Sacramozo: »Sie sind
