, der Erfolg dessen sollte ja für später seine
vollständige und endgültige Befreiung sein, aber um diese zu erreichen, musste er
sich vorläufig jedenfalls in viel größere Gefahr begeben als bisher. Hätte er
daran zweifeln wollen, so hätte ihn das heutige Beisammensein mit dem
Direktor-Stellvertreter und dem Fabrikanten hinreichend vom Gegenteil überzeugen
können. Wie war er doch dagesessen, schon vom bloßen Entschluss, sich selbst zu
verteidigen, gänzlich benommen? Wie sollte es aber später werden? Was für Tage
standen ihm bevor! Würde er den Weg finden, der durch alles hindurch zum guten
Ende führte? Bedeutete nicht eine sorgfältige Verteidigung - und alles andere
war sinnlos -, bedeutete nicht eine sorgfältige Verteidigung gleichzeitig die
Notwendigkeit, sich von allem anderen möglichst anzuschließen? Würde er das
glücklich überstehen? Und wie sollte ihm die Durchführung dessen in der Bank
gelingen? Es handelte sich ja nicht nur um die Eingabe, für die ein Urlaub
vielleicht genügt hätte, obwohl die Bitte um einen Urlaub gerade jetzt ein
großes Wagnis gewesen wäre, es handelte sich doch um einen ganzen Prozess, dessen
Dauer unabsehbar war. Was für ein Hindernis war plötzlich in K.s Laufbahn
geworfen worden!
    Und jetzt sollte er für die Bank arbeiten? - Er sah auf den Schreibtisch
hin. - Jetzt sollte er Parteien vorlassen und mit ihnen verhandeln? Während sein
Prozess weiterrollte, während oben auf dem Dachboden die Gerichtsbeamten über den
Schriften dieses Prozesses saßen, sollte er die Geschäfte der Bank besorgen? Sah
es nicht aus wie eine Folter, die, vom Gericht anerkannt, mit dem Prozess
zusammenhing und ihn begleitete? Und würde man etwa in der Bank bei der
Beurteilung seiner Arbeit seine besondere Lage berücksichtigen? Niemand und
niemals. Ganz unbekannt war ja sein Prozess nicht, wenn es auch noch nicht ganz
klar war, wer davon wusste und wieviel. Bis zum Direktor-Stellvertreter aber war
das Gerücht hoffentlich noch nicht gedrungen, sonst hätte man schon deutlich
sehen müssen, wie er es ohne jede Kollegialität und Menschlichkeit gegen K.
ausnützen würde. Und der Direktor? Gewiss, er war K. gut gesinnt, und er hätte
wahrscheinlich, sobald er vom Prozess erfahren hätte, soweit es an ihm lag,
manche Erleichterungen für K. schaffen wollen, aber er wäre damit gewiss nicht
durchgedrungen, denn er unterlag jetzt, da das Gegengewicht, das K. bisher
gebildet hatte, schwächer zu werden anfing, immer mehr dem Einfluss des
Direktor-Stellvertreters, der außerdem auch den leidenden Zustand des Direktors
zur Stärkung der eigenen Macht ausnützte. Was hatte also K. zu erhoffen?
Vielleicht schwächte er durch solche Überlegungen seine Widerstandskraft, aber
es war doch auch notwendig, sich selbst nicht zu täuschen und alles so klar zu
sehen,
