 Adele aber ist nicht unzufrieden mit sich selber. Wenigstens hat sie
so viel erfahren, dass keine andere als Schiermoserin vorbestimmt ist.
    Und dass ihm Rosalie nicht gerade zuwider ist, dem Bauern - dieses zu wissen
ist ihr genug!
 
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Franz Schiermoser weiß sich weder zu raten noch zu helfen.
    Die Liebe zu Rosalie plagt ihn Tag und Nacht und macht den Wunsch nach ihrem
Besitz in ihm immer größer.
    Anderseits aber ist ihm das Leben im Haus unter den obwaltenden Umständen
schier unerträglich.
    Dass die Mutter Rosalie als Schiermoserin nicht gelten lässt, findet er ja
noch verständlich, dass sie in ihrem Hass aber so weit ging, das Haus zu verlassen
und so die Augen der ganzen Nachbarschaft auf sich zu richten - dass sie den Hof
durch ihr Tun ins Gerede der Leute brachte, das empört ihn und macht ihn bitter.
    Und er kämpft einen harten Kampf mit sich selber, ob er gegen Rosalie nicht
doch lieber die Reisertalertochter eintauschen soll.
    Aber je länger er darüber nachdenkt, desto unmöglicher erscheint ihm ein
Leben ohne das muntere, tüchtige Stadtmaidl, und schließlich fasst er den
Entschluss, mit dem Vater ein ernstes Wort zu reden.
    Und so sucht er ihn gerade an dem Morgen, da Rosalie der Schiermoserin sagen
lässt, dass sie den Hof verlasse, in der Scheune auf und beginnt: »Vata, i hätt'
epps z' red'n mit dir!«
    Der Alte putzt eben die Maschine nach dem Dreschen und erwidert, ohne seinen
Sohn anzusehen: »Muasst es halt sag'n!«
    Franz stellt sich ganz nahe zu ihm: »Heirat'n möcht i.«
    Der Schiermoser lässt auch jetzt noch keinen Blick von seiner Arbeit.
    »Heiratn möchtst? - Jetzt schaugt mir oana den Tropf an! - Heiratn möcht er!«
    Er zieht mit großer Aufmerksamkeit eine Schraube der Maschine an.
    »Vo mir aus kannst scho heiratn«, meint er dann; »i red dir da net viel
ein.« Und mit einem Lächeln fügt er hinzu: »I hab 's, Herrvergeltsgott, hinter
mir. I brauch mir die Arbat nimmer aufz'toa.«
    Franz untersucht nun gleichfalls verschiedene Teile der Maschine. »Amal muass
's ja do sein«, meint er dabei; »du wirst aa net in alle Ewigkeit rackern und
schinaggln wolln!« Der Schiermoser greift nach der Ölkanne.
    »No ja. Bis jetzt ham mir 's no alleweil dermacha könna. Und a Zeitlang kunnt
i 's aa no weiter dermacha. Aber balst lieber du werklst ...« Er ölt etliche
Maschinenteile.
    Franz wird's schwer, dem Alten seine Entschlüsse mitzuteilen. Er sucht nach
geeigneten Worten. Dass der
