 schwarz und weiß gestreiftes Gilet und einen Rock mit
Schössen. Das alles sah neu aus und stach lächerlich von den karierten,
befleckten Beinkleidern ab, die er aus irgendeinem Grund zu wechseln unterließ.
Auch die Manschetten waren schmutzig.
    »Also weswegen?« fragte er plötzlich wieder, und seine Augen flackerten
rabiat im grünfahlen Laternenlicht; »weswegen denn? Weswegen jehn Se mir nich
von der Pelle?«
    »Ich brauche Sie,« antwortete Christian, der an der Tür stehengeblieben war.
    »Sie brauchen mir? Wozu denn? Versteh ich nich. Erklären Sie sich man
deutlicher, Mensch.« Da Christian schwieg, steigerte er sich giftig zu Hass und
Drohung. »Sie wolln mir woll dreckig kommen? Sie nich, verstehen Se, mir nich.
Kommen Se mir nich dumm, sonst komm ich Ihnen noch dümmer.«
    »Es nutzt nichts, in dieser Art zu sprechen,« sagte Christian. »Sie fassen
mein Hiersein und mein ... wie soll ich es ausdrücken, mein Interesse an Ihnen
falsch auf. Interesse, nein, das ist nicht das richtige Wort. Aber es kommt ja
auf das Wort nicht an. Sie glauben wahrscheinlich, mir wäre es darum zu tun, dass
Sie sich dem Gericht stellen, dass Sie das Geständnis, das Sie mir abgelegt
haben, dort wiederholen. Aber daran liegt mir nichts, ich versichere es Ihnen,
oder es liegt mir nur insofern daran, als ich es um des unschuldigen und, wie
man annehmen kann, durch seine Lage und durch seine Gemütsverwirrung sehr
unglücklichen Joachim Heinzen willen für wünschenswert hielte. Es muss ihm
entsetzlich zumute sein, ich spüre es fortwährend, es geht mir nah, und
besonders, seit Sie sich gegen mich ausgesprochen haben. Ich sehe ihn förmlich.
Ich sehe ihn, wie wenn er sich bei der Bemühung, an einer steinernen Mauer
emporzuklettern, die Finger und die Knie blutig schürfen würde. Er begreift es
nicht. Er begreift nicht, dass eine Mauer so steinern und so steil sein kann. Er
begreift nicht, was mit ihm vorgeht. Die ganze Welt muss ihm krank erscheinen. Es
ist Ihnen offenbar gelungen, ihn in eine so stark nachwirkende Hypnose zu
bringen, dass er unter diesem furchtbaren Einfluss die Kontrolle über seine
Handlungen verloren hat. Sie haben etwas im Wesen, das an eine solche Gewalt
glauben lässt. Ganz bestimmt ist ihm Ihr Name aus dem Gedächtnis entschwunden.
Ginge einer hin und flüsterte ihm den Namen ins Ohr, Niels Heinrich Engelschall,
er würde vielleicht wie vom Schlag getroffen zusammenstürzen. Das ist natürlich
ausgedacht, eine Übertreibung. Aber stellen Sie sich ihn einmal vor. Man muss
sich die Menschen und die Dinge vorstellen; die wenigsten tun
