. Man hüte sich,
ihm zuviel davon einzuflößen, da er ansonst zu einem Vampir werden könnte, der
jungen, sittsamen, bleichsüchtigen Mädchen nachts das Blut aus der Kehle saugt.
In früheren Zeiten hatten wohl manche Pharmazien eine Löwin im Stall, die stets
frische Milch gab. Denn die Nachfrage nach Löwenmilch war in kriegerischen
Epochen eine äußerst rege. Heute sind wir friedlicher geworden, und nur
ausnahmsweise dürfte man eine derartig equipierte Apotheke antreffen.
4. Von den mit Blut genetzten Kugeln.
Wer einen grimmen Feind um die Ecke bringen will, tut gut, um ganz sicher zu
gehen, dass er die ihm bestimmte Kugel mit seinem eigenen Blute netzt, bevor er
sie in den Lauf schiebt. Diese Kugel trifft unfehlbar und wird im Leib des
Erschossenen nicht gefunden, so dass sein Tod vom Chirurgen als an innerer,
rätselhafter Verblutung erfolgt definiert werden wird.
5. Wie man sich zu einer bestimmten Stunde aus dem Schlaf wecken kann.
Nimm soviel Lorbeerblätter, als Stunden du schlafen willst, tue solche in ein
seidenes Tuch, das eine Nacht in der Achselhöhle einer Jungfrau lag, binde dir
das Säckchen auf der rechten Schläfe fest und lege dich auf die linke Seite
schlafen, so erwachst du um die gewollte Zeit gewiss.
6. Wenn einem Menschen eine Schlange in den Leib gekrochen ist.
In schlangenreichen Gegenden pflegt es vorzukommen, dass einem Menschen, mittags
zum Beispiel, wenn er beim Heuen einschläft, eine Schlange in den Leib kriecht,
die oft nur der Vortrab böser Geister ist. Dem von der Schlange Befallenen setze
man eine Schüssel kuhwarmer Milch vor, so wird die Schlange, vom Duft der Milch
verführt, ihm aus dem Munde kriechen und sich in die Milch begeben. Worauf man
sie töten oder auch zähmen kann. Eine gezähmte Schlange ist zu mancherlei nutze.
Die indischen Fakire wissen ihr Lob zu singen. Eine gezähmte Kreuzotter ist
anhänglicher und zuverlässiger als ein Hündlein, sofern man sie stets in seinem
Banne hält. Sie begleitet einen überall hin, und man kann sie auch dazu bringen,
den Marktkorb oder Spazierstock zu tragen.
7. Das beste Mittel gegen Mäuse.
Man fange ein Dutzend oder mehr lebendiger Mäuse, tue sie in einen Käfig und
gebe ihnen nichts zu fressen. Der Hunger wird sie antreiben, einander
gegenseitig aufzufressen. Die stärkste wird Meister und allein übrigbleiben. Man
lasse sie frei. Es wird ihr nichts mehr schmecken als Mäusefleisch, und sie wird
als Mauswolf unter ihren Artgenossen fürchterlich wüten und ihrer mehr töten als
die eifrigste Katze.
8. Das beste Mittel, wilde Pferde zu zähmen.
Aus einem Eisen, damit einer umgebracht, lasse man Hufeisen schmieden und
beschlage das wilde Pferd damit. Es wird fromm, folgsam und sittig
daherschreiten
