 deiner heiligen Dreieinigkeit, mit Zeit und Raum und
Ursächlichkeit, du Narr, schaffst du und bist du die Welt.
    Deine Zweifel sagen: diese Dreifaltigkeit und die Fähigkeit, durch sie die
Welt zu schaffen, ist geworden - folglich dienen sie deinem Bauch und nicht dir,
du Narr, und um die Welt zu erkennen.
    Was aber zweifelt hier, was fällt hier ein Urteil über ein anderes? - Du
über die Welt, wie du sie geschaffen hast und bist - du über dich: kann nun ein
Ding über sich - und nicht nur über sich - etwas aussagen, das etwas anderes als
es selbst ist? Kann der Geist mit Hilfe der Logik, d.i. durch sich über sich
urteilen? zumal - wenn er tatsächlich geworden ist - seine Prinzipien höchst
wahrscheinlich nicht geworden sind, um ein Organ einer adäquaten Erkenntnis zu
werden? - Und sagst du: Gut, aber die Dinge, wie sie sind ohne meine zutuende
Vermenschlichung - was weißt du von denen?
    Urteile und zweifle, soviel du willst - so sagte der Enzian - du bleibst in
deiner Welt. -
    Aber es sagt mir jeder Nerv, jeder Knochen - ich bin heraus aus meiner Welt,
ich kenne sie nicht mehr, glaube ihr und mir nicht mehr, traue mir nicht mehr -
ich bin mir selber fremd geworden! Ich bin nicht mehr der verbummelte Student,
ich bin ein Zwitterding, bin nichts -.
    Ja, wenn dich die ganze Gattung, die ganze stiere dumme Herde mit ihrem
gemeinsten und verrücktesten Triebe packt, wie willst du da noch eine
eigenartige Welt sein? -
    Wie kann Liebe so große Dinge tun! Liebe ist - -
    Nun, was ist sie? - läutete die kleine Teufelsglocke - du wusstest es;
Plasmagebilde, nicht wahr, du Superkluger? Soviele Individuen, soviele Welten
gibt es zwar, aber jede ist gleichzeitig ein Teil der andern. Jede ist auf
tausend andere verstreut, wird durch tausend andere erbaut und baut mit an
tausend anderen und langsam, ihr selber unmerklich, wird sie ihr Eigenes
verlieren und sich in ein Produkt der andern verwandeln.
    - Siehe den freiwilligen Einsiedler, den eigensten, freiesten Menschen, die
in sich harmonischste Welt. Weshalb bist du nicht Einsiedler geworden, Erich? -
    Und jetzt sieh Mann und Weib, um die der Geschlechtstrieb sogleich eine
gegen andere Einflüsse schützende Ringmauer schlägt - nimm zwei Menschen mit
eigenem Geist und machtbegehrlichem Willen und lasse sie in jener Ringmauer zu
ihrem Turnier auf einander los: und kommt es nach prickelndem Kampf zur
gegenseitigen Modifizierung, verknoteten Abhängigkeit, Zugehörigkeit und
schliesslichen Unterwerfung eines Teils und haben die beiden an dem Zucken der
sie verknäuelnden Fäden ihre Lust - das ist die Liebe.
    - Wie konntest
