 waren, nach den verschiedenen
Graden dieser Stärke ihre, in anderen Eigenschaften sich ähnlich verhaltenden
Träger in eine Rangordnung einzusetzen; diese betrachteten wir dann in ihrer
zahlenmässig aufsteigenden Linie unter dem Bilde der Zeit - und stellten so die
Hypothese des geschichtlichen Werdens, der Entwicklung unseres Phänomens auf.
    Nun konnten wir diese Betrachtungsart bei allen Dingen anwenden und
durchführen, so dass wir eine Welt erhielten, die sich entwickelt, die aus sich
wird - und diese galt es nun, laut des philosophischen Zieles unserer Arbeit, in
Beziehung zu setzen zu der, die nach unserer Formel in uns und durch uns ist.
    Ihr fühlt alle, dass ein gegebener Verknüpfungspunkt in der Apriorität der
Zeit liegt. Und so würde leicht einer sagen: nur im Banne der Zeit sehen wir das
als ein Nacheinander und Werdendes, was in Wirklichkeit ein Nebeneinander und
Seiendes ist. Dem würde ich entgegnen: wir haben als Menschen die Zeit
niedergerissen und nehmen als solche das Nebeneinander an - obwohl in dem
»Nebeneinander« noch der Begriff der Zeit steckt -, aber wie stand's mit diesem
Nebeneinander, als noch die haarige Bestie, dieses Gürteltier, dieser
Amöbenklumpen, das höchstdifferenzierte Wesen des Planeten war? Denn nichts
hindert uns, dieses für einen Teil der Welt anzunehmen; nichts hindert uns, ihr
Füchse, die Zeit räumlich zu setzen, sie als vierte Dimension zu postulieren.
    Es bleibt also die Frage: in welchem Verhältnis steht die gewonnene
(wissenschaftliche) Formel einer werdenden, oder räumlich nebeneinander
geordneten Welt zu unserer alten unerschütterlichen (philosophischen) einer
konzentrierten Welt, die sich manifestiert in unserem Schlachtruf: Ich bin das
All, ich bin die Welt? Oder offener: wie ordnen wir die erste der zweiten unter?
    Du, und jetzt wandte Howald sich an mich, jüngster aller Füchse, wirst die
Schwere dieser Frage würdigen - ist doch mit ihr im tiefsten Grunde die Existenz
Musarions verknüpft -; aber die Lösung verlangt, insbesondere für dich, einen
Ort und ein Klima ohne die fordernden und lockenden Schönheiten dieses
tropischen Stroms:
    Berghohes Eis und frostblauer Himmel, Schnee und sturmgejagte Wolken, blaue
Gletscher und Feuerberge in nordischer Nacht -! Folg uns zum Vatna Jökull! Auf
nach Island! -
    Auf nach Island! rief ich - Auf nach Island! donnerte es über den Strom. -
    Ein Leierkastenmann hatte sich unter dem Fenster aufgestellt und dudelte
ihnen seine Freitagsnachmittagsmelancholie herauf.
    Ach Loo, der Regen regnet jeglichen Tag, such dir einen lustigeren Galan. -
Sieh den Gärtnerjungen drüben, er stützt den Kopf in die traurige Hand und
blickt zu dir. Weißt du, was er denkt? Er denkt - Hoff nur, du armer Fratz - Ach
erlass mir den Kitsch. Wer weiß, sie sucht sich
