 einem Wirbel heraus ihren
Tanz. Ein paar Männer fachen den Brand wieder an, er wird heller, wächst rapide,
gleich darauf ist die geräumige Hütte von einem gelben gleichmäßigen Lichte
ausgefüllt. Zana steht an der Wand gegenüber. Sie ist ganz nackt, selbst das
Schürzchen, das die Frauen sonst aus Reinlichkeitsrücksichten tragen, hat sie
abgelegt; nur eine Schnur roter Beeren hängt um Ihre Taille und umgleitet den
Bauch, der von der Anstrengung in muskulösen Bändern hervorgetrieben ist. Er
fällt rasch zu dem spitzen buschigen Winkel zwischen ihren Schenkeln ab. Um den
Nabel herum ist eine gelbe tätowierte Sichel gezeichnet und farbige Kurven
verlaufen über den Magen. Ich folge magnetisiert den kunstvollen Striemen auf
der glatten Haut und glaube zu sehen, dass die Sichel das aufgerissene Maul einer
jappenden Katze darstellt. Je länger ich hinsehe, desto sicherer werde ich, nun
geht es mir ein, dass die Muskeln des Mädchenbauches mit dem Relief des
Katzenkörpers zusammenfallen. Mag sein, dass es ein brünstiger Panter ist, den
Hunger oder Sehnsucht zum gequälten Schrei treiben. Um die flachen Brüste laufen
Ringe und Strahlen, ein grüner Mond und eine rote Sonne. Wenn Zana sich wendet,
zeigt ihr Rücken bis zu den Lenden hinab prächtige Verschnürungen. Ihr Hals ist
für eine Manneshand leicht zu umspannen; ihre Beine sind kräftig, schmal, so
schmal in den Gelenken und prall geschwellt um die Wade, aber ohne einen Faden
Fett. Das Betörendste sind ihre Knie. O, Zana ist bezaubernd und echt, wenn sie
mit ihren akrobatischen Beinen eine krummbeinige Panterkatze nachahmt; aber
wenn sie sich ohne Zwang hinstellt, ist die Flucht der Linien an den Knien am
engsten, fast so enge wie am Halse, und die Beine laufen wie die Teile eines
ganz, ganz stumpfen Kreuzes nach außen. Und siehe da, dies macht ihre Hüften
breit, und sie ist doch nur ein Mädchen. Und über ihre Kniekehlen ist die Haut
glatt gespannt wie über kleine Trommeln. In Zanas Kniekehlen ist alle
Arglosigkeit, alle Demut und alle Süßigkeit zu Hause. Und doch blicken die
braunen gewachsten Augen ihres kleinen Gesichtes wie Hundeaugen, und aus den
Spaltnarben ihrer Oberlippe lugen böse Eberzähne schräg hervor, wie die Spitzen
eines kleinen gelben beinernen Bartes. Zana sieht aus wie ein junger Krieger und
ist doch ganz Sanftmut, ganz Weib. Trägt die Priesterin, die Tänzerin, die
Kurtisane im Urzustand die künstlichen Zahnmale ihrer Mannbarkeit wie ihre
Nachkommin nach Tausenden von Jahren? Es ist stets dieselbe alte Kunst, ob sie
die Wilde oder die Bürgerstochter pflegt. Auf Zanas Backenknochen prangen
grellrote Flecke - und ich muss an Schminke denken. Aber der Kopf ist um die
Augenlinie befremdlich eingesunken und sieht gutherzig aus. Man darf sich nicht
täuschen lassen, dies ist
